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29.12.2015

Gen-Variante kann das Risiko für Lebererkrankungen bei übergewichtigen Jugendlichen erhöhen

Übergewichtige Jugendliche mit einer bestimmten genetischen Variante (TM6SF2-Genvariante) haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Fettleber. Dennoch weisen Kinder mit der Variante tendenziell niedrigere Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel auf als normalgewichtige Gleichaltrige. Davon berichten amerikanische und italienische Forscher in einer aktuellen Veröffentlichung in „Hepatology“.

Leber

Leber

Bei Patienten mit einer Fettleber sammelt sich Fett in den Leberzellen an. Die Gen-Variante, die in dieser Studie analysiert wurde, liegt innerhalb eines Gens, das den Fettstoffwechsel der Leber reguliert. Die Wissenschaftler untersuchten bei 957 übergewichtigen Kindern die Blutzucker-, die Blutfett- und die Leberwerte. Knapp die Hälfte der Probanden unterzog sich einer Kernspintomografie, damit Experten den Fettanteil in der Leber beurteilen können. Bei 11 Patienten nahmen die Ärzte eine Biopsie vor, um die Schwere der Erkrankung bzw. den Grad der Fibrose festzustellen. Leberfibrose ist eine beginnende Vernarbung der Leber und gilt als Vorstufe einer Leberzirrhose (Schrumpfleber).

Eine Variante (rs58542926 SNP) im TM6SF2-Gen bewirkte, dass übergewichtige Kinder mehr Fetteinlagerungen in der Leber hatten als Gleichaltrige ohne diese Variante. Die Leberbiopsie zeigte bei ihnen, dass die Leber auch eher vernarbt war (höhere Prävalenz von Fibrose). Das heißt, insbesondere diese Genvariante ist mit einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung bei Heranwachsenden verbunden. Aufgrund der eher niedrigen Blutfettwerte scheint sie aber einen gewissen Schutz gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bieten.

Die Ergebnisse können neue Wege zur Vorbeugung oder Behandlung von Leberschäden bei adipösen Kindern und Jugendlichen ebnen. "Die Wirkung der untersuchten TM6SF2-Genvariante auf den menschlichen Stoffwechsel ist sehr faszinierend, da es dicke Kinder anfällig für die Entwicklung einer Fettleber macht, aber sie zur gleichen Zeit anscheinend vor Herz-Kreislauf-Krankheiten schützt", so Dr. Nicola Santoro, Autorin der Studie. "Ich denke, dieses TM6SF2-Protein hat Potential für die Prävention und Therapie von Herz-Kreislauf- Erkrankungen."

Quelle. EurekAlert!, Hepatology



Autor: äin-red