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05.10.2015

Elterlicher Druck trägt wenig dazu bei, Jugendliche zum Sport zu bewegen

Wenn Eltern versuchen, Jugendliche durch Zwang oder Schuldgefühle zum Sport zu bringen, ist dies wenig effektiv. Denn amerikanischen Forscher der Universität von Georgia zufolge, kann dies genauso wie Versuche, über die Kleidung oder Frisur ihres Heranwachsenden zu bestimmen, das Gegenteil bewirken.

Die Studie, die in Zeitschrift „Medicine & Science in Sports & Exercise“ erschien, kam zu dem Schluss, dass Schüler, die glauben, nicht die Kontrolle über ihre Entscheidungen in Bezug auf Sport und Bewegung zu besitzen, und die sich von Erwachsenen unter Druck gesetzt fühlen, nicht zu mehr Aktivität neigen. Schüler der Mittelstufe, die aber eigenständig über ihre sportlichen Aktivitäten bestimmen, beteiligen sich eher an Sportarten ihrer Wahl.

Teenageralter ist eine kritische Phase – viele werden zu „Bewegungsmuffeln“

Die fünften und sechsten Klassen sind eine wichtige Phase für Jugendliche, da in dieser Zeit das Bewegungspensum häufig um 50% abnimmt, erklärte Professor Rod Dishman von der Universität Georgia (College of Education).
"Unsere Ergebnisse bestätigen, dass die Überzeugungen der Teenager auch ihre körperliche Aktivität beeinflussen", sagte Dishman. "Aber wie können wir sie dazu bringen, sich gerne zu bewegen und Spaß am Sport zu haben?"
Dishman und Kollegen von der Universität von South Carolina suchen nun nach Wegen, um Kinder bereits in einem jüngeren Alter zu vermitteln, dass Bewegung Spaß machen kann. Dies könnte bedeuten, dass bereits im Grundschulunterricht gut strukturierte Spiele mit körperlichen Aktivitäten integriert werden oder/und darüber hinaus Freizeitaktivitäten angeregt werden, um Kindern mehr Möglichkeiten zu geben, sich in einer bestimmten Sportart zu verbessern.

"So wie es Kinder gibt, die gerne Musik machen oder malen, gibt es Kinder, die körperliche Aktivität bevorzugen", so Dishman. Ziel sei es, dass auch Kinder, die eigentlich nicht so gerne Sport treiben, Spaß daran finden. "Das Beste ist, wenn Kinder körperlich aktiv sind, weil sie Freude daran haben", erklärte Dishman.

Quelle: University of Georgia, Medicine & Science in Sports & Exercise






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Autor: äin-red