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21.01.2016

Angst vorm Kindstod: Sensormatten nicht zu empfehlen

Plötzlicher Kindstod ist ein Schreckgespenst vieler Eltern. Die Angst hat eigentlich keine Grundlage: Die Sterberate durch Atemaussetzer bei Babys liegt in Deutschland bei etwa 0,2 Promille. Doch wann sind Sorgen begründet und Vorsicht vernünftig?

© Deyan Georgiev - Fotolia.com

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„Wenn man bei seinem Kind Atemaussetzer beobachtet, man ein Frühchen hat oder es in der Verwandtschaft einen Fall von plötzlichem Kindestod gab, bringt eine Untersuchung im Schlaflabor Klarheit“, erläutert Prof. Hans Jürgen Nentwich.

Ergibt diese Untersuchung, dass das Kind zu Atemaussetzern neigt, bekommt es ein medizinisches Atemüberwachungsgerät, so der Kinder- und Jugendmediziner aus Zwickau. Diese Maschinen schlagen zuverlässig an, wenn es Probleme gibt. Von Sensormatten, die frei erhältlich sind und die Kindesatmung kontrollieren, rät Hebamme Jule Friedrich aus Hamburg ab: „Die Matten sind nicht durchlässig und fabrizieren damit ein Risiko, das sie ja eigentlich vermeiden wollen.“ Denn eine der Präventionsmaßnahmen gegen plötzlichen Kindstod sei, das Kleine auf einer luftdurchlässigen Matratze schlafen zu lassen. 

Der effektivste Schutz sei ohnehin, wenn der Säugling bei seiner Mutter schläft, so Nentwich. „Sie ist der beste Monitor für Atemaussetzer.“ Das Kind sollte aber in einem eigenen Bett neben dem Elternbett schlafen: am besten auf dem Rücken, in einem Schlafsack.

Quelle: dpa

Autor: äin-red