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29.01.2016

Achtsamkeitsmeditation kann evtl. Gedächtnisleistung bei Jugendlichen verbessern

Jugendliche, die an einem Achtsamkeitsmeditations-Training teilnahmen, zeigten in einer aktuellen Studie verbesserte Gedächtnisleistungen. .Darüber berichteten Experten Ende letzten Jahres im "Journal of Adolescent Health".

"Diese Ergebnisse stimmen mit einer wachsenden Anzahl von Forschungsarbeiten zu Erwachsenen überein, die Achtsamkeitsmeditation als ein hilfreiches Werkzeug zur Verbesserung der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses identifiziert haben", erklärte eine Autorin der Forschungsarbeit, Dr. Kristen E. Jastrowski Mano vom Fachbereich Psychologie an der Universität von Cincinnati. Im Arbeitsgedächtnis – working memory – werden kurzfristig Informationen bereitgehalten, d.h., wenn etwa jemand einen längeren Satz spricht, behält das Arbeitsgedächtnis den Anfang des Satzes, bis der Sprecher das Ende des Satzes erreicht. Oder ein Mensch merkt sich eine Telefonnummer, bis er sie in seinem Notizbuch einträgt. Anschließend wird die Zahl wieder vergessen.

Die Forscher teilten 198 Schüler der Mittelstufe von öffentlichen Schulen in drei Gruppen ein: Achtsamkeitsmeditation-Gruppe, Hatha-Yoga-Gruppe und Teilnehmer einer Warteliste. Die meisten Schüler waren weiblich, im Alter von 12 bis 15 und stammten aus Haushalten mit niedrigem Einkommen.
Vor Beginn und zum Ende der Studie absolvierten die Schüler Computer-basierte Gedächtnistests und gaben Auskunft über ihren Stress und Angst mittels Fragebögen.

Meditation

Vier Wochen lang trafen sich die Meditations- und Yoga-Gruppen zweimal in der Woche für 45 Minuten. Darüber hinaus protokollierten die Jugendlichen, wie oft sie zuhause geübt hatten. Zwei geschulte Achtsamkeit-Instruktoren führten die Meditationsgruppe durch Atemtechniken, Meditation und diskutierten mit den Teilnehmern über Schulungsskripte, die Sitzhaltung, Atmung und den Umgang mit abschweifenden Gedanken beschrieben. Die Schüler wurden aufgefordert, CDs mit Meditation-Anweisungen mit nach Hause zu nehmen und mit ihnen täglich 15 bis 30 Minuten zu üben.

Yoga

Die Yoga-Sitzungen wurden ähnlich strukturiert und von ausgebildeten Instruktoren geleitet. Ihr Schwerpunkt lag ebenso auf Atmung, Yoga-Übungen und Diskussionen. Die Probanden in dieser Gruppe wurden ebenfalls ermuntert, täglich mithilfe einer DVD mit Yoga-Stunden zu Hause zu üben.

Angst und Stress durch Yoga und Meditation verringert, Arbeitsgedächtnis nur durch Meditation verbessert

Zum Ende des vierwöchigen Zeitraums hatte sich in der Achtsamkeitsmeditation-Gruppe das Arbeitsgedächtnis verbessert, während es in der Yoga- oder Wartelistengruppe keine Änderung gab. Die Wahrnehmung von Stress und Angst verringerte in allen drei Gruppen im Laufe der Zeit. Das Arbeitsgedächtnis ist in vielen Aspekten des Lernens beteiligt, wie Denkfähigkeit, mathematische Problemlösung und Leseverständnis.
"Theoretische und experimentelle Untersuchungen zeigen, dass Achtsamkeitsmeditation mit Veränderungen in der Nervenbahnen verbunden ist, und das kann besonders effektiv bei der Förderung der exekutiven Funktionen [Fähigkeiten, die das menschliche Denken und Handeln steuern] sein", sagte Dr. Jastrowski Mano. "Die Praxis der Meditation ist eng mit der Funktion des Arbeitsgedächtnisses verbunden."

Die Konzentration Übungen helfen möglicherweise als eine Art der Zentrierung, da Jugendliche oft Multitasking beitreiben - bei den Hausaufgaben, im Umgang mit mobilen Geräten, beim Musikhören und mit Freunden. Ein Nutzen der Meditationssitzungen könnte u.a. auch auf Beziehungen, die Jugendlichen zu den Dozenten aufbauen, beruhen. Heranwachsende, die in chaotischen Familienverhältnissen leben, erhalten nicht immer viel Aufmerksamkeit. Die Lehrer einer Achtsamkeitsmeditationsgruppe treten demgegenüber meist mitfühlend und respektvoll auf.

"Aber es ist mehr Forschungsarbeit erforderlich, um herauszufinden, welche Jugendliche am meisten von Achtsamkeitsmeditation profitieren, und in welcher Weise", so Jastrowski Mano.

Quelle: Medscape, Journal of Adolescent Health

Autor: äin-red