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Juvenile Chronische Arthritis / Rheumatische Erkrankungen
Arthritisform: Oligoarthritis Typ I
Frühkindliche Oligoarthritis, „Kleinmädchenform“ (Oligoarthritis Typ I)
Wie der Name schon besagt, beginnt diese Krankheitsform im frühen Kindesalter zwischen dem 1. und 6. Lebensjahr. Die meisten Kinder erkranken mit 2-4 Jahren. Mädchen sind mit 70-80% häufiger betroffen als Jungen, weshalb diese Untergruppe auch als Kleinmädchenform bezeichnet wird. Oligoarthritis bedeutet, dass nur wenige große Gelenke erkranken, meist 1-4. Bei manchen Kindern dehnt sich die Entzündung jedoch auf 6-8 Gelenke aus.
Wichtiger als die Anzahl der befallenen Gelenke ist ihre Verteilung. Gelegentlich erkranken zwar z.B. beide Knie- oder Sprunggelenke, meist sind die Gelenke beider Körperhälften jedoch nicht gleichmäßig betroffen. Fast immer geht eine Seite voraus oder ist stärker betroffen als die andere. Knie- und Sprunggelenke erkranken bei dieser Verlaufsform am häufigsten. Aber auch Hand- und Ellbogen- oder einzelne Finger- und Zehengelenke sind oft mitbetroffen.
Bei entsprechender Behandlung kann der Arthritis Einhalt geboten werden, wenn auch manchmal mit weiteren Krankheitsschüben gerechnet werden muss. Die Mehrzahl der Kinder ist daher im Alltag kaum beeinträchtigt. Gelegentlich ist die Arthritis an einigen Gelenken jedoch recht hartnäckig, so dass Knorpel und Knochen Schaden leiden können. Bei einer kleinen Gruppe geht die Oligoarthritis in eine Polyarthritis mit Befall aller großen und kleinen Gelenke über. Diese Sonderform bedarf einer intensiven Behandlung. Kinder mit einer frühkindlichen Oligoarthritis haben ein hohes Risiko an einer besonderen Form der Augenentzündung, einer chronischen Iridozyklitis zu erkranken. Auf weite Sicht muss bei etwa der Hälfte der Kinder damit gerechnet werden. Wichtig ist, dass alle Kinder mit einer frühkindlichen Oligoarthritis in 4-6 wöchentlichen Abständen vom Augenarzt an der Spaltlampe untersucht werden, damit die Augenentzündung rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann.
Hilfreich für die Zuordnung zur frühkindlichen Oligoarthritis ist ein Laborwert, die sog. antinukleären Antikörper (ANA). Dieser Faktor, der freilich auch bei anderen Erkrankungen vorkommt, kann bei etwa 70-80% der Patienten im Blutserum nachgewiesen werden. Er weist darauf hin, dass diese Kinder besonders gefährdet sind, eine chronische Iridozyklitis zu entwickeln.
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