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Masern


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Als Masern bezeichnet man eine hochansteckende akute Erkrankung mit dem Masernvirus. Masern gehörten zu den typischen Kinderkrankheiten, befallen jedoch zunehmend Jugendliche und Erwachsene. Bei beiden Personengruppen ist der Verlauf in der Regel schwerer als bei kleinen Kindern.

Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, d.h. beim Husten, Niesen oder Sprechen. Die Erkrankung beeinträchtigt den Allgemeinzustand des Patienten erheblich und verläuft gewöhnlich in zwei Phasen, dem grippeähnlichen Vorstadium sowie dem Hauptstadium mit dem typischen Hautausschlag. Nur die Symptome können behandelt werden, nicht aber die Krankheit.

In den westlichen Industrieländern führen Masern bei 10-20% der Betroffenen zu Komplikationen, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter ansteigt, 0,1% erkranken in der Folge lebensgefährlich. Die häufigsten Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen, im schlimmsten Fall kommt es zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis). Jahre nach einer durchgemachten Masernerkrankung kann es zu einer Entzündung des Gehirns kommen (sklerosierende Panenzephalitis-SSPE), die immer tödlich verläuft.

Masern sind weltweit verbreitet und trotz eines seit 40 Jahren entwickelten verlässlichen Impfstoffes werden jährlich 30 Millionen Neuerkrankungen verzeichnet. In den Entwicklungsländern stellen Masern nach wie vor eine häufige Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren dar, 2008 waren es insgesamt 164.000 Opfer. Auf dem afrikanischen Kontinent gehören Masern zu den 10 häufigsten Infektionskrankheiten.

Während die Zahl der Erkrankungen in Deutschland zu Beginn der 1990-er Jahre bei etwa 50.000 lag, blieb sie in den letzten Jahren kontinuierlich bei unter 2.000 Fällen, wobei 75% der Erkrankungen zeitlich und regional beschränkt auftreten. 2009 wurden 534 Infektionen registriert, 2010 waren es 780, 2011 1.608 und 2012 nur noch 166. Besonders viel Erkrankte gab es im Jahr 2006 mit 2.300 Fällen. In Europa gab es 2012 vor allem in Rumänien, Großbritannien und Irland viele Masernfälle.

Zu verdanken ist der Rückgang einer seit 30 Jahren konsequent praktizierten Impfung. 2009 konnten bei der Schuleingangsuntersuchung 90% der Kinder die zweite Masernimpfung nachweisen. Für eine vollständige Ausrottung der Masern in Deutschland reichen diese Quoten allerdings noch nicht (95%). Deutschland hat sich gegenüber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichtet, masern bis 2015 zu eliminieren. Dafür dürften jährlich nicht mehr als 82 Erkrankungen auftreten. Trotz erhelblicher Abnahme der Masernfälle 2012 in Deutschland überschritt die Anzahl der Erkrankten 2012 das Ziel um immer noch mehr als das Doppelte.

Seit Januar 2001 sind Masern eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung, d.h., der behandelnde Arzt muss jeden Verdacht, diagnostizierten Fall, den Tod sowie den direkten und indirekten Virusnachweis dem zuständigen Gesundheitsamt namentlich melden.
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(KIN-red/10.03.14)

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