10.06.2013

Pädiater fordern täglichen Sport an Schulen in Bayern



Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Bayern fordert einen deutlichen Ausbau des Sportangebotes an Schulen in Bayern. Insbesondere der Anteil körperlich aktiver Jugendlicher sinkt im Alter zwischen 11 und 15 Jahren drastisch. Nach einer aktuellen Studie der Universität Bielefeld bewegen sich fast 80% der Jugendlichen zu wenig. „Auch in unseren Praxen sind wir sehr häufig mit Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die motorische Defizite haben. Dazu kommt noch, dass der Anteil an übergewichtigen Patienten zunimmt. Wir können diese Fehlentwicklungen zwar feststellen und versuchen, Gegenmaßnahmen einzuleiten – viel wichtiger ist es aber vorzubeugen. Eine sinnvolle Präventionsmaßnahme wäre die Einführung eines täglichen Sportangebotes in der Schule. Empfohlen werden 60 Minuten Bewegung, die den Pulsschlag so erhöhen, dass die Jugendlichen auch ins Schwitzen kommen“, rät Dr. Martin Lang, Vorsitzender der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Bayern.

Auch auf den positiven Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und schulischen Leistungen weist der Mediziner hin. „Viele Studien untermauern, dass Schüler bessere Schulleistungen zeigen, wenn sie ausreichende Bewegung haben. Experten vermuten, dass durch die Bewegung vor allem eine bestimmte kognitive Fähigkeit trainiert wird: die der Handlungsplanung. Diese brauchen Kinder zum Beispiel, um aufmerksam zu bleiben oder zu entscheiden, wann sie etwas im Unterricht aufschreiben oder fragen sollten. Sportliche Schüler können Stresssituationen leichter bewältigen und stärken ihr Herz-Kreislauf-System. Körperliche Aktivität hilft auch bei der Einstellung des Rauchens.  All diese Zusammenhänge sind wissenschaftlich belegt - daher sollte es auch im Interesse der Lehrer und Bildungsexperten sein, dass Sport in der Schule einen viel höheren Stellenwert bekommt“, fordert Lang. Der Mediziner weist diesbezüglich noch auf einen anderen Aspekt hin. „Seit Jahren beobachten wir, dass die Jungen im Vergleich zu den Mädchen in der Schule schlechter abschneiden. Noch gibt es keine validen Studien für die Gründe. Jungen brauchen mehr Bewegung als Mädchen. Das intensive Schulsystem lässt dafür aber nicht ausreichend Zeit. Die Bundesregierung hat sich das Thema „Prävention“ auf die Fahnen geschrieben und sogar ein eigenes Gesetz dafür verabschiedet. Es wird Zeit, dieses richtige Ansinnen auch in die Praxis umzusetzen“, appelliert Lang.

Quellen: Universität Bielefeld, Press Release Endocrine Society, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, Journal of Adolescent Health, University of Georgia, Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

(KIN-red)



 
 

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