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11.07.2012
Jugendliche brauchen eisenreiche Ernährung
Insbesondere in Wachstumsphasen wie im Teenageralter besteht ein erhöhter Eisenbedarf. Bei Jungen nehmen Muskelmasse und Blutvolumen innerhalb kurzer Zeit stark zu. Bei Mädchen geht durch die Monatsblutungen zusätzlich Eisen verloren. Eisen ist wichtig für die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung der Organe. Verschiedene Stoffwechselvorgänge laufen mit Hilfe von Eisen ab. „Blässe, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, brüchige Fingernägel und Haare, eingerissene Mundwinkel und spröde Lippen können Anzeichen dafür sein. Eisenmangel macht auch anfälliger für Infekte. Die Gehirn- bzw. Gedächtnisleistung kann sich verschlechtern“, warnt Prof. Hans-Jürgen Nentwich, langjähriger Kinderklinikchef. Eine Studie weist darauf hin, dass sich Eisenmangel im Teenageralter längerfristig negativ auf die Gehirnstruktur auswirkt. Ein Defizit beeinträchtigt die Bildung des Myelins. Dies ist eine Art „Isoliermaterial“ für die Verknüpfung zwischen den Nervenzellen, das die Reizleitung im Gehirn beschleunigt.
In Deutschland sind etwa 16% der Teenager schlecht mit Eisen versorgt, so die HELENA-Studie. Falls Jugendliche sich vegetarisch oder einseitig ernähren (z.B. Fast Food oder überwiegend Milchprodukte), viel Sport treiben oder unter bestimmten chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Glutenunverträglichkeit oder angeborenen Fehlfunktionen der Eisenverwertung leiden, haben sie ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel. “Ob Eisenmangel vorliegt, kann der Kinder- und Jugendarzt mit einer Blutuntersuchung erkennen. Eine Ernährungsumstellung und bei Bedarf auch Nahrungsergänzungsmittel helfen dann, wieder einen Vorrat im Körper aufzubauen“, empfiehlt Prof. Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Eisen ist u.a. in Fleisch, grünem Blattgemüse, Roter Beete, Kresse, Fisch, Eiern, Vollkorngetreideprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen enthalten
Quellen: European Journal of Clinical Nutrition, PNAS
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