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23.06.2012
DLRG warnt: Immer weniger Kinder können schwimmen
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat angesichts von mehr als 400 Ertrunkenen im vergangenen Jahr eindringlich für mehr Kinder-Schwimmkurse plädiert und vor weiteren Bäderschließungen gewarnt. „Wir haben in den letzten zehn Jahren 1.100 Bäder verloren für die Ausbildung“, sagte DLRG-Präsident Klaus Wilkens in Hamburg. Fast 320 weitere Bäder seien akut von der Schließung bedroht. „Das ist die falsche Richtung“, warnte Wilkens. Denn konnten Ende der 1980er noch mehr als 90% der Viertklässler in Westdeutschland schwimmen, seien es nun bundesweit im Schnitt nur noch 70%.
Besonders kritisch sei die Situation in Hamburg. Dort könne nur die Hälfte aller Viertklässler wirklich schwimmen, verfüge also mindestens über das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. „Das ist aus meiner Sicht eine Katastrophe“, warnte Wilkens.
Weniger Todesfälle durch verregneten SommerInsgesamt ertranken 2011 in Deutschland 410 Menschen - 28 weniger als 2010. Mehr als die Hälfte war dabei über 50 Jahre alt. Ursache für den Rückgang war laut Wilkens der verregnete Sommer, der außergewöhnlich wenige Menschen an die Küsten und Seen gelockt habe. Entsprechend sank auch die Zahl jener Menschen, welche die DLRG vor dem Ertrinken rettete, von 535 (2010) auf 457. Gleichwohl sei die Zahl der Hilfeleistungen für Wassersportler gestiegen.
Die meisten Toten beklagten wie in den Vorjahren die Flächenländer Bayern (78), Niedersachsen (58), Baden-Württemberg (51) und Nordrhein-Westfalen (47). Im internationalen Vergleich liege Deutschland statistisch mit 0,5 Ertrunkenen pro 100.000 Einwohner dennoch zusammen mit Schweden und Großbritannien weltweit ganz vorn. In Russland etwa liege die Rate 20-mal so hoch, so Wilkens. Dort kämen pro Jahr bis zu 15.000 Menschen durch Ertrinken ums Leben.
In Deutschland ertranken die meisten Menschen in Flüssen, Kanälen oder Seen. Die Küsten waren nur mit 4% der Fälle betroffen. Sie zählten zu den sichersten der Welt, erklärte Wilkens und verwies auf die dort fast 4.000 stationierten Rettungsschwimmer. Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Sie hat insgesamt mehr als 1,1 Millionen Mitglieder und Förderer.
Aufklärung trägt dazu bei, Kinderunfälle zu verhindernDer verregnete Sommer im vergangenen Jahr hatte auch etwas Gutes: In Deutschland starben weniger Menschen bei Badeunfällen. Die Zahl ertrunkener Kinder sank sogar um ein Drittel. Die DLRG erklärt das mit besserer Aufklärung.
In Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Kinder ertrunken. Bei Badeunfällen starben 22 Kinder im Alter unter 15 Jahren, 2010 waren es 33 gewesen, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte. Die DLRG führt dies auf eine verstärkte Aufklärungsarbeit zurück.
Quelle: dpa, DLRG
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