03.05.2006

Kein unnötiges Risiko bei kleinen Insektengiftallergikern eingehen



Wiederholte schwere allergische Reaktionen auf Insektengift sind bei etwa 20% der Kinder möglich, die unter einer Insektengiftallergie leiden. Sie äußern sich in einem Juckreiz am ganzen Körper, Hautausschlag, angeschwollenem Gesicht, Übelkeit und evtl. sogar Atemnot und Kreislaufproblemen mit der Gefahr eines lebensgefährlichen, anaphylaktischen Schocks. „Bei einer schweren Insektengiftallergie sollte während der Bienen- und Wespensaison deshalb immer eine Notfallapotheke mit schriftlicher Dosierungsanweisung dabei sein. Mit Bienenstichen ist vor allem im Frühjahr - bei Temperaturen ab 12° C - und Frühsommer zu rechnen, mit Wespenstichen dagegen häufiger im Sommer und Herbst. Auch Erzieher und Lehrer sollten über die Insektengiftallergie des Kindes informiert sein“, rät Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Vizepräsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Das Notfallset enthält ein Antihistaminikum und ein Kortisonpräparat, das unmittelbar nach dem Stich eingenommen werden kann. Für Kreislaufprobleme, Atemnot und Übelkeit steht ein Injektionsset und Adrenalin zur Verfügung. Bei schwerer Symptomatik muss immer unverzüglich der Notarzt verständigt werden.

„Auch nach vorübergehender Besserung kann im Verlauf von einigen Stunden wieder eine Verstärkung der allergischen Beschwerden auftreten. Deshalb sollte ein allergisches Kind noch längere Zeit nach dem Stich unter Beobachtung bleiben. Bei Stichen im Kopf- und Halsbereich ist die Gefahr einer heftigen allergischen Reaktion besonders groß“, warnt Prof. Nentwich. Längerfristig kann evtl. eine spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung, Desensibilisierung oder Allergieimpfung genannt, sinnvoll sein, um schwere Allergiereaktionen auf Insektenstiche auch im Erwachsenenalter zu reduzieren. Bei dieser Behandlung soll sich der Körper durch langsame und gezielte Dosissteigerung unter ärztlicher Überwachung an das Gift „gewöhnen“.

 



 
 

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