Kinder- & Jugendärzte im Netz

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Herausgeber:

Praxis für Kinderneurologie, Hamburg Altona Dr. Kirsten Stollhoff, Dr. Ulrike Ancker und Dr. med. Caroline Maxton

Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom (ADHS)
Das Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom (ADHS) betrifft 5-10% aller Kinder und wächst sich leider nur in 50-70% aus. Es wird in der Regel vererbt. Wir wissen heute, dass beim ADHS eine Stoffwechselstörung im Bereich des Dopamintransporters vorliegt.

Wir kennen verschiedene Formen des ADHS. Die häufigste ist das HKS auch Zappelphilipp oder Hyperkinetisches Syndrom genannt. Seltener, häufig auch übersehen, ist das ADS auch Aufmerksamkeitsdefizit- oder Träumerchensyndrom genannt. Beiden gemeinsam ist die Unfähigkeit des Kindes sich länger auf eine Aufgabe konzentrieren zu können. Das von einem ADHS betroffene Kind ist leicht ablenkbar und seine Aufmerksamkeitsspanne ist reduziert. Dies kann vor allem in der Schule zu erheblichen Lernstörungen führen. Die Hausaufgaben werden zur Qual für die ganze Familie.

Beim HKS auch Zappelphilipp oder Hyperkinetisches Syndrom genannt kommt eine ausgeprägte motorische Unruhe und Impulsivität hinzu. Die Kinder haben keine „Bremse“. Das kann schon im frühesten Kindesalter zu erheblichen Problemen wie Unfällen, häufige Stürzen, Wutanfällen und viel Streit mit anderen Kindern führen.

Die Diagnostik ist schwierig, da es keinen Marker in Blut oder Urin gibt. Der Übergang zur „normalen“ Lebhaftigkeit und Ablenkbarkeit des Kindes ist fließend. Es bedarf viel Erfahrung, einer sorgfältig durchgeführten Befragung über die Entwicklung des Kindes, Beurteilungen des Verhaltens des Kindes in Gruppensituationen sowie neuropsychologischer Testungen zur Sicherung der Diagnose ADHS. Die Therapie hängt von der Ausprägung der Symptomatik sowie von den Ressourcen des Umfeldes ab. Eine medikamentöse Therapie hat sich in wissenschaftlichen Studien als wirksam erwiesen und sollte gemäß den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte bei Störungsrelevanz begonnen werden, wenn sich psychoedukative Maßnahmen als nicht ausreichend wirksam erwiesen haben.

Inzwischen gibt es zahlreiche Elternselbsthilfegruppen, die die betroffenen Eltern unterstützen können.

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