Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Sönke Hinz, Leester Str. 44, 28844 Weyhe - Leeste

Häufige Krankheitssymptome im Kindesalter



Fieber

Fieber ist im Kindesalter ein sehr häufiges Krankheitssymptom und meistens Hinweis auf eine Infektion durch Viren oder Bakterien. Es ist Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Erreger und deshalb zunächst positiv zu bewerten. Gleichzeitig stimuliert es das körpereigene Abwehrsystem. Fieber beginnt bei 38,0°C und sollte gesenkt werden, wenn eine Temperatur von 40,0°C überschritten wird. Ab 41,0°C ist es lebensbedrohlich.

Am sinnvollsten sollte die Temperatur im Darm gemessen werden. Die Ohrmessung ist für Säuglinge und Kleinkinder weniger geeignet.

Zur Fiebersenkung kommen Wadenwickel in Frage, vorausgesetzt, daß die Unterschenkel warm sind (alle 20 Minuten für jeweils 10 Minuten lauwarme Wickel, insgesamt 3-4 mal) oder die Gabe von Medikamenten, am besten in Form von Paracetamol als Zäpfchen oder Saft.

Fieber im Säuglings- und Kleinkindesalter sollte immer ein Grund sein, den Kinder- und Jugendarzt aufzusuchen.


Infektneigung

Infekte werden im Kindesalter zu 90% durch Viren ausgelöst. Sie treten ausgesprochen häufig auf. 8-12 Infekte pro Jahr im Kleinkindalter sind durchaus üblich. Bei einer durchschnittlichen Dauer von 14 Tagen, können Sie sich ausrechnen, über welchen Zeitraum sich Ihr Kind äußerlich sichtbar mit Krankheiten auseinandersetzt. Es sind 4-6 Monate pro Jahr.

Die Infekte sind für das Kind meist weniger belastend als für die Eltern, die die Ursache häufig in einer "Abwehrschwäche" des Kindes suchen. Ich kann Ihnen versichern, daß bereits Kinder ein ausgesprochen gut funktionierendes Immunsystem haben und damit über ein wirksames Abwehrsystem verfügen. Kinder, die auf Grund eines fehlerhaften Immunsystems häufig erkranken, sind extrem selten.

Die Kinder haben deshalb so viele Infekte, weil das Immunsystem bei dem Erstkontakt mit einem Erreger erstmals Antikörper bildet, die beim Zweitkontakt bereits vorhanden sind und vor der Erkrankung schützen. Durch jeden Infekt wird das Immunsystems wie bei einer Impfung trainiert und zunehmend reifer. Dies ist der Grund, warum Erwachsene weniger an Infekten erkranken als Kinder.


Husten und Schnupfen

Husten und Schnupfen tritt auf bei Infekten der Atemwege. Hier spielen sich die meisten Infekte im Kindesalter ab. Die Symptome entstehen durch eine vermehrte Sekretabgabe im Bereich der Nasen-, Rachen- und Bronchialschleimhäute. In dem Sekret befinden sich Abwehrstoffe, die die eindringenden Erreger bekämpfen. Solange Husten und Schnupfen das Allgemeinbefinden wenig beeinträchtigen, ist eine medikamentöse Therapie nicht erforderlich, da der Infekt durchschnittlich nach 14 Tagen von alleine verschwindet.

Frische Luft, Anfeuchten der Zimmerluft, kühles Schlafen (max. 18°C), eine rauchfreie Wohnung und gegebenenfalls Inhalationen mit Kochsalzlösung
(1 gehäufter Teelöffel Kochsalz auf 1 Liter Wasser) sind in der Regel ausreichend.

Hustenlöser sollten nur bei zähem oder krampfartigem Husten gegeben werden. Hustenstiller dürfen nur im Ausnahmefall verabreicht werden, da sie unter Umständen einer Lungenentzündung Vorschub leisten können.

Sind Sie unsicher über den Krankheitszustand Ihres Kindes, suchen Sie Ihren Kinder- und Jugendarzt auf!


Durchfall und Erbrechen

Durchfall und Erbrechen treten bei Infektionen des Magen-Darm-Traktes auf. Diese Infekte sind im Prinzip wie die Erkältungsinfekte harmlos, können allerdings im Säuglings- und Kleinkindesalter lebensbedrohlich sein. Ursache ist, daß bei Erbrechen und Durchfall Flüssigkeit und Körpersalze verloren gehen, die nur unzureichend ersetzt werden.

Entscheidend ist deshalb, dem Körper Flüssigkeit und Salze in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen, um den Verlust zu kompensieren. Dies geschieht am besten mit sog. Elekrolytlösungen, die sehr häufig, aber in Kleinstmengen (teelöffelweise) verabreicht werden müssen.

Eine kontinuierliche Beobachtung muß zu Hause gewährleistet sein.

Säuglinge und Kleinkinder mit Durchfall oder Erbrechen gehören in ärztliche Behandlung.


Anfahrt

Aktuelle Meldungen