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Herausgeber:

Sönke Hinz, Leester Str. 44, 28844 Weyhe - Leeste

Asthma bronchiale



Asthma ist eine chronisch, entzündliche Erkrankung der Atemwege, von der etwa 8-10% der Kinder betroffen sind. Für die Ausprägung des Asthmas sind sowohl genetische Ursachen als auch Umwelteinflüsse verantwortlich.


Dem Asthma zugrunde liegt:

  • 1. eine Entzündung der Atemwege
  • 2. eine bronchiale Hyperreaktivität (Überempfindlichkeit) gegenüber endogenen (inneren) und exogenen (äußeren) Reizen
  • 3. eine reversible (nicht auf Dauer bestehende) bronchiale Obstruktion (Einengung der Atemwege)

Das Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter und tritt nicht selten in Kombination mit Neurodermitis und allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Milben-/Tierhaarallergien auf.

Häufigster Auslöser (ca. 80%) für das Asthma sind Virusinfektionen im Kindesalter. Rauchen in Wohnräumen begünstigt die Entstehung von Asthma. Inwieweit Tierhaltung und hohe Milbenbelastung im Haushalt Einfluss auf die Entstehung von Asthma haben, kann bisher nicht eindeutig beantwortet werden. Besteht allerdings eine familiäre Belastung bzgl. Asthma oder allergischen Erkrankungen wird von einer Tierhaltung abgeraten und empfohlen, die Milbenkonzentration durch geeignete Innenraumausstattung zu vermindern.


Diagnostik:

Die Diagnose Asthma ist in erster Linie klinisch zu stellen. Sie kann unterstützt werden durch Laboruntersuchungen und im späteren Alter (ab 6 Jahre) durch Lungenfunktionsprüfungen. Einen typischen laborchemischen Marker für eine
beweisende Diagnose gibt es nicht.


Therapie:

Asthma kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten.

Bei leichten nur sporadisch auftretenden asthmatischen Episoden genügt eine
Intervalltherapie mit bronchialerweiternden Medikamenten.

Mittel- und hochgradiges Asthma erfordert eine Dauertherapie (meist als Inhalationstherapie) mit antientzündlichen Medikamenten wie DNCG oder
topischen Steroiden (inhalierbares Cortison) und bronchialerweiternden Medikamenten im Bedarfsfall.

Diese sind auch notfallmäßig einzusetzen und sollten deshalb immer verfügbar sein (auch in der Schule).

Eine frühzeitig beginnende Dauertherapie bei entsprechendem Schweregrad wirkt sich nachweislich positiv auf die Lungenentwicklung aus und kann das Risiko einer auf Dauer behandlungsbedürftigen Erkrankung mindern.


Verlauf:

Die Wahrscheinlichkeit, dass Asthma im Kindesalter ins Erwachsenenalter übergeht liegt bei 30%, d.h., es besteht eine große Chance, dass sich das Asthma in der Pubertät verliert.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen – wenn möglich mit
Lungenfunktionsuntersuchungen - sind erforderlich, um die medikamentöse Behandlung möglichst optimal auf die sich häufig ändernden Bedürfnisse anzupassen.

Die Kinder sollten medikamentös so eingestellt sein, dass sie in ihrer Lebensqualität nicht eingeschränkt sind.

Sportbefreiung sollte nur im Ausnahmefall erfolgen z.B. bei akuten asthmatischen Problemen.


Trotzdem sollten bestimmte Maßnahmen Beachtung finden, um das Risiko zusätzlicher belastender Einflüsse zu vermeiden:

Dazu gehören:
  • 1. Keine Tierkontakt ( Ausnahme: nicht behaarte Tiere wie Fische, Schildkröte)
  • 2. Kein Kontakt mit Tabakrauch
  • 3. milbenarme Umgebung
  • 4. Meidung von Allergenen (soweit möglich), die als Auslöser des Asthmas ermittelt wurden (Milben, Tiere, Pollen).
  • 5. Vermeiden des Aufenthalts in schlecht belüfteten oder schadstoffbelasteten Räumen (Restaurants, Zimmer mit Kaminöfen e.t.c.)

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