Kinder- & Jugendärzte im Netz

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Herausgeber:

Dr. med. Matthias Krueger, Kinder- und Jugendarzt, 63911 Klingenberg

Fieber - was soll das?

Zunächst eine Begriffserklärung: Fieber wird die Erhöhung der Temperatur über 38,5° Celsius (C) genannt; den Bereich zwischen 37,6°C und 38,4°C benennt man als "erhöhte (medizinisch: subfebrile) Temperatur".

Fieber ist eine Abwehrreaktion: 

der Körper kämpft gegen eine Erkrankung. Fieber ist insofern keine Krankheit, die für sich gesehen bekämpft werden muss. Die Höhe der Temperatur sagt auch nichts aus über die Schwere der Erkrankung; so kann ein einfacher Schnupfen eine heftige Abwehr mit über 40°C bewirken, und eine Lungenentzündung kann mit 38,6°C einhergehen.

Muss man Fieber bekämpfen, weil Fieber besteht? 

Nein! 

Aus dem oben Geschriebenen ergibt sich, dass Fieber nicht "abgebügelt" werden muss.

Aber wird es nicht ab einer bestimmten Termperatur gefährlich?

Nein! 

Nicht die Höhe der Temperatur an sich führt zur Notwendigkeit einer Behandlung. Die meisten Kinder- und Jugendärzte empfehlen, nicht nach der Höhe der Temperatur zu entscheiden, ob etwas gegen das Fieber gemacht werden soll, sondern auf den Allgemeinzustand des Kindes zu achten. Mein Sohn hatte mal 39,9°C und ist dabei durch die Wohnung gelaufen wie immer; ich habe daher keine Fiebersenkung durchgeführt. Zwei Tage später hatte er "nur" 39,1°C, also deutlich weniger, dabei war er aber völlig "fertig". Da hat die Temperatur-Erhöhung ihm mehr Probleme bereitet als ihm in der Abwehr zu helfen; in der Situation habe ich ihm eine Fiebersenkung gegeben.

Aber bei 40°C beginnt es doch kriminell zu sein, da muss doch was gemacht werden, oder? 

Nein! 

Diese Temperatur wirkt für uns so bedrohlich, weil da ein Nuller übersprungen wird (wie wir auch beim Älter-Werden meinen, dass beim Eintritt in ein neues Jahrzehnt sich sehr viel ändert). Dieser Wert ist also keine medizinisch bedenkliche Grenze, sondern nur eine psychologische Barriere. In vielen englisch-sprachigen Ländern wird die Temperatur nicht in Celsius (°C) gemessen, sondern in Fahrenheit (°F); dort entspricht unsere Temperatur-Höhe von 40°C etwa 103,5°F. Es wird dort niemand bei dieser Temperatur eine Fiebersenkung mit der Idee betreiben, dass ja in Europa das ein Wert ist, der bedenklich ist. 

Wenn Ihr Kind Fieber hat, schauen Sie also bitte mehr auf den Allgemeinzustand  als auf das Thermometer, wenn Sie entscheiden, ob Sie Fieber senken wollen.

Eine andere Situation ist, wenn das Kind neben Temperaturerhöhung auch Schmerzen hat (was ja bei grippalen Infekten häufig ist: neben Fieber können dann auch  Kopf-, Augen- und Gliederschmerzen auftreten): dann kann je nach dem Grad der Beeinträchtigung des Kindes zur Schmerzlinderung Paracetamol oder Ibuprofen in altersgerechter Dosierung verabreicht werden; da ist die Höhe der Temperatur nur zweitrangig, weil das Medikament wegen der Beeinträchtigung des Allgemeinzustands durch Schmerzen gegeben wird.

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