Kinder- & Jugendärzte im Netz

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Dr. med. Michael Krug, 31582 Nienburg/Weser* Praxis für Kinder und Jugendliche

Die Diagnostik einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung sollte nach definierten Leitlinien stattfinden. Dies könnten die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie sein. Zum Einstieg werden häufig Eltern-, Lehrer- und Jugendlichen-Fragebögen nach den amerikanischen DSM IV-Diagnosekriterien verwendet. So können auch die Kinder erfasst werden, die keine ausgeprägte Hyperaktivität (also ein "ADS" ohne das "H" für Hyperaktivität) zeigen. Dies sind die sogenannten stillen "Träumerchen" und vorwiegend Mädchen.

Familien mit einem betroffenen Kind oder Jugendlichen haben oft schon einen längeren Leidensweg hinter sich. Deshalb sollte durch eine detaillierte Anamnese die Lebens- und Familiengeschichte des Kindes erfasst werden, um abgrenzen zu können, ob eventuell ein anderes Krankheits- oder Störungsbild vorliegt.

Wenn nach Ausschöpfung aller diagnostischen Möglichkeiten, die Diagnose ADHS (oder auch "ADHD" für "Attention Deficit Hyperactivity Disorder")gestellt wird, muss versucht werden mit den Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern die optimale Therapie zu finden.

Dies kann jedoch nur im Rahmen der jeweiligen regionalen Verfügbarkeit von Therapiemöglichkeiten stattfinden. Die erforderlichen Kapazitäten für eine umfassende Therapie sind zumindest auf dem "flachen Land" nicht vollständig gegeben. Möglichkeiten für eine Verhaltenstherapie sind nicht ausreichend vorhanden und/oder die Anfahrtswege sind lang.

Hilfreich ist für die Familie häufig eine Kur- oder Rehabilitationsmaßnahme in einer Einrichtung, die auf Kinder mit ADHS spezialisiert ist.

Die Beratung der Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern, aber auch der Lehrer spielt eine wichtige Rolle in dem angestrebten sogenannten "multimodalen Therapiekonzept".

Auch die Möglichkeiten der modernen Pharmakotherapie sind gut erforscht und ausgereift, so dass Vielen eine wirksame Hilfe geboten werden kann. In der öffentlichen Diskusssion mag die Debatte um die medikamentöse Therapie der ADHS hohe Wellen schlagen, jedoch ist aufgrund hinreichender Erfahrung der Nutzen für das einzelne Kind sehr hoch. Die Belastung und die Gefahren einer unbehandelten ADHS für den Lebensweg ist ungleich höher als die geringe Nebenwirkungsrate einer medikamentösen Behandlung.

Eine ADHS ist eine chronische Störung, die "nicht heilbar" aber durchaus "beherrschbar" ist!

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