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Herausgeber:

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin am Kattewall

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin am Kattewall

Dr. med. Ashraf El-Kabarity

Götz Gnielka

- Partnerschaft -

Kattewall 17 a

26721 Emden

Tel.: 0 49 21 / 2 51 51 – Fax: 0 49 21 / 93 79 49

 

 

 

 

 

 

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Kattewall 17a, 26721 Emden


Ostfriesen Zeitung


Emden, den 12.12.2011

Stellungnahme zum Artikel: "Psycho-Pillen für immer mehr Schüler"

OZ vom 7.12.2011



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir führen eine Kinder- und Jugendarztpraxis in Emden mit einer von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen „anerkannten Praxisbesonderheit Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S“. (Eine Praxisbesonderheit liegt vor, wenn die dazu erbrachten Leistungen mehr als 30% über dem Fachgruppendurchschnitt (also dem Durchschnitt aller Kinder- und Jugendärzte Niedersachsens) liegt.) Wir sind beide Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft ADHS e.V.“ und zertifizierte AD(H)S Coaches.

Unsere Patienten kommen aus 20 verschiedenen Postleitzahlbereichen.

Als Schwerpunktpraxis haben wir ca. 8% unserer Patienten mit der Diagnose AD(H)S  (wobei zu bedenken ist, dass die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) keinen Diagnoseschlüssel anbietet für die Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität).

Knapp 4 % unserer Patienten werden mit Methylphenidat (u.a. unter dem Namen Ritalin® von der Firma Novartis erhältlich) oder Atomoxetin behandelt. Methylphenidat wird seit 60 Jahren eingesetzt, seit ca. 40 Jahren bei Kindern.

Unsere Zahlen passen sehr gut zu den Zahlen, die z.B. bei der „Arbeitsgemeinschaft ADHS e.V.“ (www.AGADHS.de) nachgelesen werden können.

Die medikamentöse Therapie darf nur erfolgen nach vorangegangener sorgfältiger Diagnose und vorangegangenem vergeblichem nicht-medikamentösen Therapieversuch. Sie ist immer Bestandteil eines multimodalen Behandlungskonzeptes. 

Ihr Artikel ist in mehrfacher Hinsicht bedauerlich und irreführend.

Zunächst halten wir die Zahlen, die einem Gespräch mit einer Lehrkraft entstammen sollen, für absurd hoch, es sei denn, es gäbe eine Förderschulklasse für Kinder mit Störungen des Sozialverhaltens und diese sicherlich kleine Klasse wäre gemeint gewesen. 

Zweitens beleuchten sie nicht im Mindesten den ungeheuren Druck unter dem die Eltern von betroffenen Kindern und Jugendlichen von frühstem Kleinkindalter an leiden: nach wöchentlichen Anrufen durch Lehrer wegen des unhaltbaren Verhaltens, nach Anrufen anderer Eltern der Klasse, nach erneutem Rausschmiss aus der Fussballmannschaft o.ä. ringen sie sich endlich zu einem Arztbesuch durch, und wenn dann die Krankheit - auch medikamentös- behandelt wird, dann werden sie als verantwortungslos tituliert, weil sie ihrem Kind „Drogen“ gäben.

Sie beleuchten nicht das Leid des Kindes, niemand will mit ihm spielen, Aufmerksamkeit bekommt er nur, wenn er stört oder Blödsinn macht, aus jedem Sportverein, jeder Mannschaft fliegt er raus, zur Geburtstagsfeier sitzt das Kind allein, denn von den geladenen Gästen kommt niemand!

Zuletzt gerät die so wertvolle Arbeit des Autismus-Zentrums Emden zu einer Randbemerkung, was wir gerade wegen der hochklassigen Arbeit, die dort verrichtet wird zutiefst bedauern.

Wir bedauern sehr, dass aus einer ungenauen Randbemerkung der Aufmacher eine ganzen Seite QO geworden ist. Angesichts der Brisanz des Themas wundern wir uns nicht über das Echo, das Ihr Artikel ausgelöst hat.

Wenn Sie einen Rahmen wählen, sind wir gerne - auch kurzfristig bereit, z.B. im Rahmen eines Vortrages Informationen zu geben und Rede und Antwort zu stehen.

Mit freundlichen Grüßen,





Dr. med. Ashraf El-Kabarity

Götz Gnielka


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