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Herausgeber:

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin am Kattewall

 

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin am Kattewall

Dr. med. Ashraf El-Kabarity

Götz Gnielka

- Partnerschaft -

Kattewall 17 a

26721 Emden

Tel.: 0 49 21 / 2 51 51 – Fax: 0 49 21 / 450 91 88

 

 

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Kattewall 17a, 26721 Emden

 

 

 

 

 

 

 

 

Emden, den 02.12.2012

NEKiB

nifbe

Qualitätszirkel Emder Kinderärzte

 

 

aus der Kita in die Schule“

AD(H)S

früh erkennen - sicher begleiten

 

Zusammenfassung

Kinder mit besonderen Verhaltensweisen auf ihrem Weg durchs Leben zu begleiten stellt eine Herausforderung an alle sie begleitenden Menschen dar. Eltern, Erzieherinnen, Lehrerinnen, Ärztinnen und Therapeuten können nur im engen Zusammenwirken diese Herausforderung annehmen.

Mit einer Häufigkeit von 4% ist das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, mit oder ohne Hyperaktivität (AD(H)S) das häufigste und sicherlich bekannteste kinder- und jugendpsychiatrische Krankheitsbild. Daher werden die Eltern von verhaltensauffälligen Kindern früher oder später mit dem Verdacht konfrontiert, ihr Kind könne ein AD(H)S haben. Dabei ist das Wissen um dieses Krankheitsbild nicht selten bruchstückhaft und ideologisch überlagert.

Wie kaum ein anderes Krankheitsbild polarisiert AD(H)S. Zu oft wird auffälliges Verhalten mit AD(H)S gleichgesetzt. Doch nicht jedes Kind mit auffälligem Verhalten hat eine Störung / ist eine Störung. Nicht jedes Kind, das uns stört, das sich stört, ist krank. Nicht jedes erkrankte Kind bedarf der Therapie. Nicht jedes Kind, das der Therapie bedarf, benötigt eine Medikation.

Und mag auf der einen Seite die Diagnose AD(H)S allzu schnell eingefordert und gestellt werden, so werden die Betroffenen nicht selten nach langer Odyssee stigmatisiert, wenn ein Baustein der Therapie auch das Medikament ist.

Zu AD(H)S zu informieren, über AD(H)S zu diskutieren, für die betroffenen Kinder (und deren Eltern, Erzieherinnen, Lehrerinnen, Therapeuten) eine gesicherte Entwicklungsumgebung zu schaffen, darüber ins Gespräch und in den Austausch zu kommen, ist den Unterzeichnenden Auftrag und Anliegen.

Durch Fachvorträge für die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten wird das Wissen um AD(H)S im Vorschulalter erweitert. In Vorträgen für Eltern der dort betreuten Kinder wird für die Erkrankung sensibilisiert.

In Zusammenarbeit mit Leiterinnen von Kindertagesstätten, Ergotherapeutinnen, Logopäden, Schulärztlichem Dienst und weiteren Fachleuten (nifbe, s.u.) wurde ein Beobachtungsbogen erarbeitet, der Therapiebedarf aus der Kita zum Kinder- und Jugendarzt kommuniziert. Eine Fachtagung gab diesen gemeinsam erarbeiteten Bogen wieder zurück an die Erzieherinnen. Dieser „Emder Beobachtungsbogen“, der die Grundlage stellen soll zu einer strukturierten Kommunikation von Therapiebedarfen, könnte auch Verhaltensauffälligkeiten oder den Bedarf nach Austausch zu einem Kind mit auffälligem Verhalten kommunizieren.

Die Kollegien der Grundschulen und der Kindertagesstätten werden in kurzen Vorträgen und anschl. Diskussion mit der Erkrankung AD(H)S und der Validität der leitliniengerechten Diagnostik (FBB-ADHS) vertraut gemacht, Vorurteile werden abgebaut, für die Erkrankung sensibilisiert und Kommunikationswege geschaffen. Die Elternschaft wird durch öffentliche Vorträge mit dem Krankheitsbild vertraut gemacht und dafür sensibilisiert.

Diese Intervention (=Informations-, Diskussionsangebot) erstreckt sich über einen Zeitraum von 3 Jahren.

Retrospektiv werden die Krankenakten unserer Praxis ausgewertet: in wie vielen Fällen von AD(H)S und Verdacht auf AD(H)S ist ein Hinweis aus der KiTa dokumentiert, wie viele Lehrerinnen haben sich durch Rücksenden des FBB-ADHS am diagnostischen Prozess beteiligt.

Wie ändern sich diese Parameter durch unsere Intervention. Können wir die Begleitung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten verbessern?

Nur durch die enge Vernetzung aller Beteiligten (Schulen und Kindertagesstätten unseres Einzugsbereiches, das Niedersächsische Institut für Frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe, Regionalnetzwerk NordWest, Birte Engelberts), „Netzwerk Emder Kinder in Bewegung (NEKiB)“, Sabine Bögemann, Christiane Lamschus) ist dieses Projekt durchführbar.

Die Bewerbung um den 9. AD(H)S-Förderpreis war erfolgreich. Dadurch konnten bescheidene Mittel zur unterstützenden Finanzierung gewonnen werden.

Die vorliegende Projektbeschreibung wurde im Laufe des Jahres 2012 in verschiedenen Gremien und Diskussionsrunden weiterentwickelt. Wenngleich einzelne Veranstaltungen bereits stattgefunden haben und andere in konkreter Planung sind, ist das Papier weiter im Klärungsprozess.

 

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