Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Dr. med. Martin Lang & Dr. med. Petra Weinzierl-Moll
Kinder- und Jugendärzte, Homöopathie, Augsburg

Fragen an Dr. med. Martin Lang


Nachfolgend Auszüge einiger Elternfragen an Dr. Lang:

Fragestellung:

Homöopathie gegen Ängste?

Name: christa

Erklärung:

Meine Tochter (16 Monate) hat panische Angst vor Wasser, Sand und Gras. Gibt es ein homöopathisches Mittel, das hilft ihr die Ängste zu nehmen?

Antwort:

Ängste sind im allgemeinen ein natürlicher Schutzmechanismus, der uns vor Gefahren warnt, damit wir uns durch rechtzeitige Abwehrmaßnahmen oder durch Flucht schützen können. In dem geschilderten Fall bin ich nicht sicher, ob es sich wirklich um panische Ängste, oder um die alterstypischen Machtkämpfe und Trotzreaktionen handelt. Versuchen Sie in einer ruhigen entspannten Atmosphäre mit ihrem Kind darüber ins Gespräch zu kommen. Sie könnten beispielsweise über Rollenspiele ein ängstliches Tier darstellen, wie es von den anderen Tieren wieder beruhigt und beschützt wird. Backen sie zuhause mit Ihrem Kind einen Sandkuchen, spielen Sie mit Booten oder Fischen in einem Waschzuber mit Wasser und versuchen Sie so Ihrem Kind Gelassenheit und Selbstvertrauen im Umgang mit diesen Materialien zu vermitteln. In jedem Fall bitte ich Sie die Situation sehr ernst zu nehmen und möglichst gründlich mit einem kinderärztlich und psychologisch versierten Fachmann zu besprechen.

Homöopathisch würde ich grundsätzlich zwei unterschiedliche Therapieansätze unterscheiden. Zum einen kennen wir bewährte Arzneimittel, die nach angstauslösenden Erlebnissen und seelischen Traumen helfen. Zum anderen gibt es wertvolle homöopathische Konstitutionsmittel, die bei einer ängstlichen Grundpersönlichkeit - im Zusammenhang mit einer Gesamtanalyse aller bestehenden Charaktereigenschaften verabreicht werden.

Aconitum napellus ist das klassische Erstmittel bei schweren panikartigen Angstattacken. Die Patienten befinden sich in größter Unruhe und Erregung, empfinden Herzklopfen und berichten nicht selten über Todesangst. Ursächlich findet sich meist ein seelisches Schockerlebnis, z. B. ein Unfall, oder ein psychisches Trauma.

Arnica montana ist ebenfalls ein bewährtes Mittel nach Schockerlebnissen von Unfällen oder Verletzungen. Typisch für diese Kinder ist, dass sie sich die Ängste nicht anmerken lassen, aber dadurch auffallen, dass sie nicht darüber sprechen und auch nicht zum Troste mit Mama oder Papa kuscheln wollen.

Argentum nitricum zeichnet sich durch viele unbegründete Ängste (Phobien) aus. So ist es unter anderem auch ein großes Mittel bei Prüfungsängsten und Lampenfieber.

Bei der Behandlung von ängstlichen Charakteren kennen wir Homöopathen eine Vielzahl von konstitutionellen Arzneien.

Phosphorus-Kinder sind sehr lebhaft, kontaktfreudig und offen. Sie sind hochsensibel und lieben das (Schau-)Spiel. Auf der anderen Seite sind si?????g??º??Je oft angstgeplagt, fürchten Gewitter und Stürme, Dunkelheit und Geister, das Alleinsein genauso wie ihre Krankheiten.

Ignatia ist eine wichtige Arznei bei unverarbeiteten Ängsten, und tiefergehenden Enttäuschungen. Die Kinder sind sensibel veranlagt, leicht erregbar, oder neigen zu hysterischen Reaktionen.

Eine der Hauptursachen kindlicher Ängste ist meines Erachtens das häufig noch gering entwickelte Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Als klassische Konstitutionsmittel eignen sich hierbei Lycopodium, Pulsatilla pratensis, Stramonium, Causticum, Silicea, Gelsemium, Arsenicum album und einige andere.

Besteht anlagebedingt ein ängstliches Gemüt, so können sich bei seelisch belastenden Ereignissen und ungünstigen Begleitumständen wirklich krankhafte Angststörungen ergeben. Versuchen Sie Ihrem Kind durch einen liebenden, verständnisvollen Umgang, Urvertrauen zu vermitteln und durch gemeinsame spielerische Beschäftigung mit den Angstthemen die Furcht zu nehmen. Lassen Sie sich dabei von eine/m Fachfrau/mann Ihres Vertrauens begleiten. Alles Gute, Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg

www.kinderwelten.de/information/
erziehung-entwicklung/kinderangst/index.html


www.kinderwelten.de/information/
erziehung-entwicklung/kinderangst/info.html


www.familienhandbuch.de/
cmain/f_Aktuelles/a_Haeufige_Probleme/s_226.html


Fragestellung:

Nächtliche Schmerzen im Bein?

Name: janina

Erklärung:

Liebe Dr. Lang, meine Tochter (5) leidet seit 2 Monaten jede Nacht (es geht ca. 21 Uhr beim Ins-Bett-Gehen los) unter starken Schmerzen im rechten Oberschenkel (Innenseite Hüftbereich). Ich bin total besorgt, da sie die Schmerzen nur mit Nurofen-Saft (5ml jeden Abend) aushält und dann ca. 22.30 Uhr immer erschöpft einschläft. Orthopäden finden nichts, Röntgen, Ultraschall- alle o.B. Physiotherapie, Massage und Wärmflasche bringen auch keine Besserung. Können Wachstumsschmerzen auch über 2 Monate permanent anhalten? Und ist der Nurofen-Saft auf Dauer (wenn auch nur abends) nicht auch bedenklich ?

Antwort:

Ihre Beschwerden höre ich in der Praxis häufig. Man schätzt, dass 30% aller Vorschul- und Schulkinder im Alter zwischen 3 und 16 Jahren gelegentlich davon betroffen sind. Bei diesem Schmerzphänomen finden sich keinerlei Veränderungen an den Knochen, Gelenken oder in Labortests. Die Ursache ist bis heute unerforscht. Die Medizin hat dieses Phänomen als Wachstumsschmerzen bezeichnet. Wichtig ist, diese harmlosen, wenn auch störenden Schmerzen von gefährlichen Krankheiten des Skelettsystems zu unterscheiden.

Typische Anzeichen für Wachstumsschmerzen:

  1. Tritt üblicherweise im Kleinkindesalter, manchmal bis zum 16. Lebensjahr auf.
  2. Auftreten am Abend oder nachts, häufig nach ausgiebiger Bewegung untertags, niemals aber während der körperlichen Belastung selbst.
  3. Der Schmerz ist nicht exakt lokalisierbar, betrifft hauptsächlich die langen Röhrenknochen (Unterschenkel oder Oberschenkel), selten die Gelenke.
  4. Der Schmerz wandert meist, oder wechselt die Seiten.
  5. Die Schmerzen lassen sich sicher durch Paracetamol (Benuron) beseitigen.
  6. Die Schmerzdauer schwankt zwischen wenigen Minuten und einer Stunde.
  7. Am nächsten Morgen keinerlei Beschwerden mehr.

Therapie der Wachstumsschmerzen:
Versuchen Sie Ihr Kind zu beruhigen, die Schmerzstelle liebevoll zu massieren (z. B. mit 5% Johanniskrautöl).
Homöopathisch haben sich Calcium phosphoricum und Manganum bewährt. Man gebe Calcium phosphoricum D12 1 x 5 Globuli morgens, Manganum metallicum D12 1 x 5 Globuli abends, für vier Wochen.
Bei stärkeren Schmerzen sollte Paracetamol (10 bis 15 mg/kg) (als Saft oder Zäpfchen) sicher und ausreichend wirken. Ich ziehe im übrigen Paracetamol (Benuron) aufgrund der deutlich geringeren Nebenwirkungen dem Ibuprofen (Nurofen) vor.

Achtung: Sollten die Beschwerden nach 2 - 3 Wochen nicht verschwinden, oder die oben genannte Schmerzcharakteristik nicht sicher zutreffen, ist zuallererst kinderfachärztlicher Rat einzuholen. Es gibt im Kindesalter ernste Erkrankungen im Skelettbereich, die bei Nichtvorliegen von Wachstumsschmerzen unverzüglich erkannt und behandelt werden müssen. Die wichtigsten Abgrenzungen sind:

Kindliches Rheuma (Juvenile rheumatoide Arthritis): häufig schleichender Beginn, besonders morgens steife Gelenke, oder sogenannte Anlaufschwierigkeiten. Schmerzen besonders im Gelenkbereich, Schwellungen oder Überwärmungen möglich. Anfangs ist oft nur eines oder wenige der großen Gelenke betroffen (Fuß, Knie, Hand, Ellbogen).
Häufig unbemerkte Miterkrankung der Augen

Knochentumor, Leukämien: Schmerzen eher bei Belastung, in der Regel gut lokalisierbar.
Typisch sind die Allgemeinzeichen, wie allgemeine Leistungsminderung, Müdigkeit, Blässe, Appetitmangel, unklare Fieberschübe, Lymphknotenschwellungen, blaue Flecken oder Einblutungen.

Borreliose: eine unbehandelte Borreliose-Erkrankung nach unbemerktem Zeckenbiss kann nach einigen Monaten zu Gelenkschmerzen führen. Dies sollte durch eine Blutuntersuchung ausgeschlossen werden.

Knochenbrüche: wegen der hohen Elastizität der Kinderknochen, können Knochenbrüche nach Stürzen oder Verletzungen auch einmal unbemerkt stattfinden (Grünholzfraktur). Bei plötzlichem Schmerzeintritt, der sich am Folgetag und unter Belastung noch verstärkt, sollte eine Röntgenuntersuchung vorgenommen werden.

Der sogenannte Hüftschnupfen und andere infektbedingte Gelenkschmerzen sind ebenfalls häufige Phänomene im Kleinkindes- und Kindesalter.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Diagnostik von Knochenschmerzen in Kleinkindesalter sehr anspruchsvoll ist und eine hohe Erfahrung erfordert, zumal die kleinen Patienten hinsichtlich der Schmerzstärke und dem Schmerzort nur selten sichere Hinweise geben können. Ihr Kinder- und Jugendarzt wird Ihnen hierbei helfen. Gute Besserung, Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg

www.aerztezeitung.de/docs/2004/
11/22/212a0301.asp?cat=/medizin/gelenke_knochen


Fragestellung:

Was kann man gegen Präputialveklebung tun?

Name: jana göttlich

Erklärung:

Präputialverklebung war die Diagnose der U7 meines Sohnes (inzwischen 3 Jahre alt). Was ist das und was kann man tun?

Antwort:

Nichts. Bei Geburt ist die Innenseite der Vorhaut mit der Schleimhautoberfläche des Penis in aller Regel noch verschmolzen. In vielen Fällen löst sich die Vorhaut dann zwischen dem 1. und 4. Lebensjahr selbstständig von der Eichel ab. In manchen Fällen dauert der vollständige Ablösungsprozess allerdings bis in die Pubertät hinein. Die Verklebung bietet im übrigen häufig Schutz vor Entzündungen, gelegentlich festzustellende Smegma-Ansammlungen unter der Vorhaut sind keimfrei und erfordern ebenfalls keinerlei Maßnahmen.

Nach meiner Erfahrung wird hierzulande viel zu früh und unnötigerweise an der Vorhaut manipuliert. Dagegen ist es wichtig, noch in der Vorpubertätsphase (8. bis 10. Lebensjahr) eine einwandfreie Verschieblichkeit und Dehnbarkeit der Vorhaut durch einen Jugendfacharzt festzustellen. Dies ist schon aus Reinlichkeitsgründen unerlässlich. Außerdem erfahren Jugendliche mit unbehandelten Vorhautverengungen große Ängste, erhebliches Leid und Schmerzen in einer Entwicklungsphase, in der ein unbefangener Umgang mit diesen Fragen (und somit der Gang zum Arzt) ohnehin nur sehr schwer möglich ist.

Merke: um bei der Vorhautverklebung eine Vorhautverengung auszuschliessen, sollte in jedem Falle die Harnröhrenmündung an der Eichelspitze gut sichtbar sein. Spätestens im Alter von 10 Jahren muss sich die Vorhaut vollständig bis zur Präputialfalte, (dem sog. Sulcus coronarius) zurückschieben lassen.

Penis und Penisspitze sollten im Säuglings- und Kleinkindesalter mit Wasser, gegebenenfalls auch mit milden Waschlösungen (Kamille) sachte gereinigt werden. Ihr Dr. Martin Lang, Kinder-und Jugendarzt, Augsburg

www.kinderwelten.de/information/
gesundheit/phimose/index.html


Fragestellung:

Kann man bei Wespenstich in den Hals zum Abschwellen Kortisonzäpfchen geben?

Antwort:

Bienen- und Wespenstiche sind nicht nur sehr schmerzhaft, sie können auch zur erheblichen Schwellungen führen. Dies kann im Gesichts-, Rachen-, und Halsbereich unangenehme, ja sogar gefährliche Folgen haben. Die unmittelbare Giftwirkung der Insekten ist dabei in aller Regel unerheblich. Vielmehr können allergische Reaktionen auf die Insektengifte schwere Schwellungen und sogar einen Zusammenbruch des Körperkreislaufes bewirken.

Kortisonzäpfchen eignen sich hier hervorragend in der Notfalltherapie, um bedrohliche Zustände zu verhindern. Als Notfalldosis empfehle ich 100 mg Prednisolon in jeder Altersstufe. Begleitend können Sie im Notfall Fenistil- oder Cetirizin Tropfen (10 bis 30 Tropfen) verabreichen.

Unmittelbar nach einem Stich entfernen sie bitte zuallererst vorsichtig den eventuell verbliebenen Stachel, ohne ihn zu quetschen. Geben Sie schnellstmöglich einen Eiswürfel und anschließend eine frische Zwiebelscheibe auf die Stichstelle.

Merke: je rascher die Schwellung auftritt, desto ausgeprägter ist die zu erwartende allergische Reaktion. Schwellungen von Pflaumengröße und mehr sollten in jedem Fall einem Kinderarzt vorgestellt werden.

Hinweise für gefährliche allgemeine allergische Reaktionen sind: Nesselsucht, die sich auf andere Körperteile ausbreitet, Kribbelgefühl, bes. an Armen und Beinen, Übelkeit und Erbrechen, Fremdkörpergefühl im Hals, Kurzatmigkeit oder Schwächegefühl. In diesen Fällen ist unverzüglich der Notarzt hinzuzuziehen.

In jedem Falle trainieren Sie mit Ihrem Kind in der Nähe von Bienen / Wespen Ruhe zu bewahren, das reduziert die Stechlust der Insekten schon erheblich, Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg

www.kinderarzt-augsburg.de/Insekt4.php
www.wireltern.de/information/gesundheit/
insektenstiche


Fragestellung:

Ist eine FSME-Impfung für dreijährige Kinder ratsam?

Name: schaab

Erklärung:

Was sind die Risiken dieser Impfung? Wie hoch ist das Risiko, im Raum Augsburg/München an FSME zu erkranken?

Antwort:

Die Übertragung der Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) kommt in Deutschland nur in ganz bestimmten Risikogebieten vor. In den Kinderarztpraxen und im Internet finden Sie die Verbreitungskarte der FSME-infizierten Zecken. Wir unterscheiden dabei in Hochrisikogebiete, in denen in den letzten Jahren mindestens 25 FSME-Erkrankungen aufgetreten sind, Risikogebiete, mit zuletzt mindestens 5 FSME-Erkrankungen und Endemiegebiete, bei denen der Virus mittels Blutuntersuchungen nachgewiesen wurde. In einem Hochrisikogebiet überträgt jeder tausendste Zeckenbiss eine FSME Erkrankung, in einem Risikogebiet ist nur noch jeder 10.000ste Zeckenbiss infektiös.

Wie Sie aus den Karten ersehen können, sind die Landkreise in Niederbayern, im bayerischen Wald, im Schwarzwald, die östlichen Allgäuer Kreise und das nördliche Oberbayern besonders gefährdete Gebiete. Der Augsburger und der Münchner Landkreis zählen hier nicht dazu. Allerdings sind auch hier Erkrankungen im Einzelfall keineswegs auszuschließen. Die Zeckenzahlen sind aufgrund des vergangenen milden Winters in diesem Jahr hoch. Insbesondere Kinder und Haustiere können auf Reisen und Besuchsfahrten infizierte Zecken aus einem Risikogebiet in ein Nicht-Risikogebiet einführen.

Insgesamt wurden in Deutschland im Jahre 2003: 276 und im Jahre 2004: 274 FSME-Krankheitsfälle registriert (Robert-Koch-Institut 3/05). Knapp 10% davon sind im Kindesalter unter 10 Jahren aufgetreten.

Die FSME-Impfstoffe sind in Deutschland für Kinder ab dem ersten Lebensjahr zugelassen. Die Impfstoffverträglichkeit war in den vergangenen zwei Jahren zufriedenstellend, die Schutzrate liegt bei annähernd 99%. An Nebenwirkungen beobachten wir in unter 10% der Fälle leichte fieberhafte Zustände mit grippeähnlichen Beschwerden nach einer Impfung. Für eine vollständige Grundimmunisierung sind drei Impfungen im Abstand von 1-3 und 9-12 Monaten erforderlich, danach werden die Auffrischimpfungen im 5-Jahres-Turnus empfohlen.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Vorbeugung von Zeckenbissen und die Vorsichtsmaßnahmen bei der Zeckenentfernung. Die untenstehenden Links liefern Ihnen hierfür weitere wichtige Hintergrundinformationen. Meiner Erfahrung nach wird die FSME Erkrankung zudem öfter mit der wesentlich häufigeren und überall verbreiteten Borreliose-Erkrankung (jeder hundertste Zeckenbiss in Deutschland führt zur Infektion) verwechselt. Genießen Sie dennoch Ihre Waldspaziergänge, Ihr Dr. Martin Lang, Kinder-und Jugendarzt, Augsburg

www.zecken.de
www.kind-jugendarzt.de/zecke2.php
www.kind-jugendarzt.de/zecke4.php


Fragestellung:

Homöopathie gegen Schlafstörungen?

Name: Kammann

Erklärung:

Unsere Tochter (19 Monate) wacht nach ca. 2 Stunden auf und ist nass geschwitzt, weint und ist kaum zu beruhigen. Kann man ihr etwas Homopatisches geben?

Antwort:

Am Anfang einer gezielten Behandlung muss eine Ursachenklärung stattfinden. Ihr Kind sollte von einer/m erfahrenen Kinderfacharzt/in zu möglichen Störungsursachen (beispielsweise Adenoide, Atemstörungen, Verdauungsprobleme, Zahnungsbeschwerden) untersucht werden.

Des weiteren müssen wir in diesem Fall grundsätzlich zwischen den üblichen Durchschlafstörungen und dem Nachtschreck (Pavor nocturnus) unterscheiden. Der Pavor nocturnus tritt typischerweise vor Mitternacht auf, die Kinder schreien sehr erregt, sind dabei aber nicht erweckbar. Es handelt sich um eine an und für sich harmlose, aber sehr störende, Nachreaktion der Gehirnaktivität bei zu großer Sinnesstimulation am Vortag. Demzufolge ist die beste Therapie, aufregende Erlebnisse, wie zum Beispiel das Fernsehen, untertags zu meiden.

Auch bei den Durchschlafstörungen können sehr unterschiedliche Ursachen zu Grunde liegen, was für eine erfolgreiche homöopathische Behandlung von großer Bedeutung ist. Bei Schlafstörungen handelt es sich ja um keine lokale oder organisch begrenzte Krankheit, vielmehr ist es Ausdruck der Persönlichkeit und (wie wir Homöopathen sagen) Konstitution Ihres Kindes. Meine Lieblingsmedizin bei Durchschlafstörungen ist (das weniger bekannte) Cypripedium pubescens.

Da Ihr Kind aber nachts schreit, wäre zu klären, ob es ängstlich ist, beispielsweise vor den Alleinsein oder vor der Dunkelheit oder von Ereignissen des vergangenen oder kommenden Tages. Bei ängstlichen Kindern denke ich in erster Linie an Phosphorus oder Stramonium, bei Trennungsangst an Pulsatilla. Klassische Kinderschlafmittel sind auch Avena sativa und Valeriana, geeignet, wenn Ihr Kind überdreht, oder von den Vortageserlebnissen noch zu aufgeregt ist. Ich kann an dieser Stelle natürlich nur ein kleines Spektrum der Möglichkeiten erwähnen. Sie sehen ohnehin, dass es ratsam ist diese Frage ausführlich mit einem erfahrenen kinderärztlichen Homöopathen zu besprechen.

Die oben genannten Medikamente geben Sie bitte in Form von Globuli in der Potenz C12 oder C30 ein- bis zweimal am Tag und zunächst nicht länger wie eine Woche. Beachten Sie bitte nochmals, dass diese Mittel nur wirken können, wenn alle anderen Schlafstörungsursachen ausgeschlossen sind.

Das beste Rezept, einen erholsamen Schlaf zu erreichen, sind ausgedehnte Spaziergänge, Schwimmbadbesuche, etc. am Nachmittag und ein erfüllendes Spielprogramm am frühen Abend. Ich war jedenfalls immer überrascht, wieviel Energie meine Kinder tagsüber abbauen mussten, damit Sie nachts einen anhaltend erholsamen Schlaf finden konnten.

Insoweit wünsche ich Ihnen viel Freude bei Ihren ausgiebigen nachmittäglichen Familientouren und zukünftig eine gute Nacht, Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg

www.kind-jugendarzt.de/Schlaf-links.htm
www.kind-jugendarzt.de/babyschlaf.php


Fragestellung:

Warum kreischt meine Tochter immer??

Name: Michaela

Erklärung:

Manchmal liegen meine Nerven wirklich blank, meine kleine Melissa (geb. 28.01.2004) ist glaube ich ein richtiges Schreikind. Mehr als die Hälfte des Tages verbringt sie mit Kreischen. Wenn sie ihren Willen nicht bekommt, oder einfach nur so. Das Kreischen ist kein Weinen oder Schreien. Wir wurden sogar schon von Nachbarn angesprochen, ob wir unsere Tochter erwürgen würden! So etwas finde ich überhaupt nicht lustig. Ändert sich das mit dem Alter oder kann man dagegen irgendetwas machen? Außer dass ich nachgebe und sie ihren Willen bekommt? Danke, Michaela

Antwort:

Starke Mütter
In der Praxis möchte ich eine Mama, wie Sie, erst einmal feste in den Arm nehmen. Ich empfinde grossen Respekt und Hochachtung über Ihre bewundernswerte Selbstbeherrschung gegenüber ihrer kleinen Tochter. Ich erlebe es heutzutage durchaus häufig, dass unsere Familien, so wie hier geschildert, vor gravierende Erziehungsprobleme gestellt werden. Ein geregeltes Familienleben ist hier fast unmöglich. Die Stärke unserer Mütter in solchen Situationen überrascht mich immer wieder, im positiven Sinne.

Kernthema: wie erlerne ich eine Beziehung?
Ich beglückwünsche Sie zu dem Schritt jetzt Hilfe aufzusuchen. Ich denke es ist der richtige Zeitpunkt an Melissas Verhalten im Familienverband positiv einzuwirken. Ihre Tochter kommt mit ihren eineinhalb Jahren in die erste Trotzphase. Sie entdeckt ihren eigenen Willen und Möglichkeiten diesen durchzusetzen. Der eigentliche Wert solcher Ichfindungsphasen liegt aber darin, dass ihre Tochter neben Ihrem eigenen Willen, die Pflege von Beziehungen und die Empfindungen ihrer Mitmenschen für das Zusammenleben entdecken kann. Hierin liegt die behutsame Erziehungsaufgabe von uns Müttern und Vätern, in dem wir ein ehrliches Spiegelbild unserer emotionalen Empfindungen abgeben, beispielsweise im Falle der hier beschriebenen Schreiattacken. Bitte suchen Sie sich unbedingt professionelle Hilfe. Dies könnte eine psychosomatische Abteilung, eine Schreiambulanz, o.ä. sein, in der Pädagogen, Psychologen, Familienhelferinnen und Ärzte zusammenarbeiten. Solche Einrichtungen finden Sie häufig in einem sozialpädiatrischen Zentrum.

Kinder sind Individuen
An Melissas Beispiel kann man erkennen, mit welch unterschiedlichem Temperament und Charakter unsere Kinder auf die Welt kommen. Ihre Tochter ist mutmaßlich ein charakterstarkes Wesen. Aus irgendeinem Grunde hat sie in der frühen Säuglingsphase nicht richtig gelernt, ihre Bedürfnisse auf die geeignete Art und Weise auszudrücken. Sie hat vielmehr erfahren, dass man durch extremes Schreien die beste Aufmerksamkeit erlangen kann. Solchen Missverständnissen begegnen wir in der Erziehung sehr häufig, ich nenne sie daher Erziehungsfallen. Da Melissa wohl kein leicht erziehbares oder leicht beeindruckbares Kind ist, möchte ich Sie an dieser Stelle nochmals ermutigen, hier mit sehr erfahrenen Fachleuten in Ihrer Region zusammenzuarbeiten. Eine geeignete ambulante Praxisadresse können Sie ebenfalls in einem Sozialpädiatrischen Zentrum erfahren.

Erziehung = positive Anlagen entwickeln
Trotz all der geschilderten Dramatik im Melissas Verhalten, bin ich fest davon überzeugt, dass ihr Kind große Stärken und beste Persönlichkeitseigenschaften besitzt. Es geht jetzt darum, mit fachlicher Hilfe zu entdecken, wie man diese guten Anlagen in den Persönlichkeitsmittelpunkt bringen kann. Hierbei kann sogar eine homöopathische Begleitung mit einem gut ausgewählten Konstitutionsmittel wertvolle Unterstützung leisten. Herzlich alles Gute, Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- Jugendarzt, Augsburg

www.kind-jugendarzt.de/erziehungslinks.htm


Fragestellung:

Sonnencreme für Säuglinge?

Name: Simba

Erklärung:

Ich habe in der Zeitschrift Kind& Gesundheit gelesen, daß man bis zum 1. Lebensjahr keine Sonnencreme verwenden sollte. Wie schütze ich meinem 5 Monate alten Sohn im Schatten vor den UV Strahlen. Warum darf ich keine Sonnencreme verwenden? Gilt dies auch für die mit 100% mineralischem Lichtschutz?

Antwort:

Das Dilemma des Sonnenschutzes ist, dass wir trotz verbesserter Sonnencremes, immer mehr strahlungsbedingte Hautkrebserkrankungen registrieren müssen. Kinder und Jugendliche setzen sich zuviel und mit mangelhaften Schutzmaßnahmen der Sonne aus, wohingegen die UV-Strahlungsintensität der Sonne durch den Rückgang der schützenden Ozonschicht in der Stratosphäre zunimmt. In den letzten 20 Jahren haben sich die Erkrankungen am schwarzen Hautkrebs malignes Melanom mehr als verdoppelt. Die Ursache hierfür ist in 70% bis 90% die ultraviolette Sonnenstrahlung.

Für Kinder unter 10 Jahren ist das Risiko durch übermäßige UV-Strahlung später einen Hautkrebs zu entwickeln, aber besonders hoch. Daher betonen die Empfehlungen der letzten Jahre einen bewussteren Umgang mit der UV-Sonnenstrahlung. Die direkte Sonnenbestrahlung der Haut muß auf ein vernünftiges Maß begrenzt bleiben, auch Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren können die Hautschutzzeit nur begrenzt verlängern. Bei Kleinkindern unter einem Jahr ist die direkte Sommersonne ganz zu vermeiden. Es gilt für alle Altersgruppen im Kindes- und Jugendalter:

  1. Meiden sie die Mittagssonne von 11:00 bis 16:00 Uhr
  2. Setzen Sie Kleinkinder und Babies niemals direkt der Sonne aus
  3. Verwenden sie möglichst strahlenundurchlässige helle Kleidung Vorsicht: Hitzestau-Gefahr bei zu warmer Kleidung
  4. Tragen Sie 30 Minuten vor der Sonnenbestrahlung ein geeignetes Sonnenschutzmittel auf, wiederholen Sie das Auftragen regelmäßig Achtung: die maximale Verweildauer wird dadurch aber nicht verlängert!
  5. Nutzen sie die maximale Verweildauer in der Sonne nie völlig aus.

Damit Sie die Intensität der UV Strahlungsbelastung einschätzen können, wurde weltweit der sogenannte UV Index UVI definiert. Sie können ihn tagesaktuell für Ihre Region oder ihr Reiseziel abrufen unter www.uv-index.de (siehe Link unten). Der UVI ist somit auch ein Maß für das Sonnenbrandrisiko und hilft bei der Wahl des Lichtschutzfaktors. Bei Babys und Kleinkindern sollte der Lichtschutzfaktor der verwendeten Sonnencreme als vier- bis fünffache des UV-Indexes betragen also: LSF 25 bei UVI 5.

Weiterhin beachten Sie bitte, dass die noch zarte Babyhaut häufig überempfindlich auf chemische Hautschutzmittel reagieren kann. Es ist richtig, dass sich hier Sonnenschutzcremes mit mineralischen Zusätzen (wie z.B. Titandioxid) bewährt haben. In der Praxis verwende ich aber seit Jahren Daylong LSF 25 oder LSF50 oder auch Ladival für Kinder LSF 25 oder LSF30. Ich empfehle anfangs ein kleines Hautareal auf seine Verträglichkeit hin zu testen und keine angebrochenen Cremes des Vorjahres zu verwenden. Geniessen Sie die Sonnentage mit Verstand! Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg

www.unserehaut.de
www.kind-jugendarzt.de/Sonne.php
www.uv-index.de


Fragestellung:

Ringelröteln?

Name: Anke

Erklärung:

Unser Sohn (4) hat seit 3 Tagen rote, heiße Wangen und ein blasses Munddreieck. Der Ausschlag verschwindet aber zeitweise und kommt dann plötzlich wieder. Er hat sich einmal übergeben, hat zeitweise erhöhte Temperatur und klagt hin und wieder über Schluckbeschwerden, ansonsten ist er aber fit wie ein Turnschuh. Könnten das Anzeichen für Ringelröteln sein? Oder für Scharlach? Vielen Dank!

Antwort:

Ihre Vermutung, es könne sich hier um Ringelröteln, gegebenenfalls auch um Scharlach handeln, halte ich aus der Ferne betrachtet für goldrichtig. Der Verlauf der nächsten Tage, wie auch zusätzliche Symptome, sollten ihnen weitere Klarheit verschaffen können.

Im Falle der Ringelröteln (Erythema infectiosum) besteht anfangs ein rötlicher, schmetterlingsförmiger Ausschlag auf den Wangen, der sich nach 4 bis 6 Tagen auf die Streckseiten der Arme und Beine und auf den Rumpf ausbreiten wird. Typisch ist das von Ihnen beschriebene zeitweise Aufflackern des Ausschlages. Der Ausschlag ist sehr variabel und oft girlandenförmig. Abgesehen von einem Juckreiz, ggf. leichtem Fieber sind die allgemeinen Krankheitszeichen eher gering und nach circa 10 Tagen überstanden. Der ursächliche Parvovirus B19 lässt sich von ihren Kinderarzt Bedarfsfalle nachweisen. Bitte vermeiden sie Kontakte mit Schwangeren, da die Ringelröteln beim Ungeborenen zu Blutarmut führen können.

Bei Scharlach sind die allgemeinen Krankheitszeichen in der Regel ausgeprägter. Es handelt sich um eine Halsentzündung mit A-Streptokokken, begleitet von Fieber, einem hochroten schmerzhaften Rachen, und einem feinfleckigen Ausschlag besonders im Hals- und Leistenbereich. Typische Zusatzzeichen sind die Lacklippen und die Himbeerzunge, die roten Wangen und das blasse Munddreieck. Da die Scharlachinfektion gefährliche Folgeerkrankungen, wie Herzklappenentzündungen, rheumatisches Fieber oder Nierenschäden nach sich ziehen kann, sollte die Diagnose durch einen Facharzt gestellt werden.

Sollten die von Ihnen beschriebenen schmetterlingsförmigen Rötungen der Wangen allerdings weiterhin anhalten, können Sie auch Anzeichen einer seltenen Autoimmunerkrankung, wie dem Lupus erythematodes oder der Dermatomyositis sein. Hierzu kontaktieren Sie bitte ebenfalls Ihren Kinderarzt. Gute Besserung, Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg


Fragestellung:

Welche Impfungen müssen vor dem USA-Urlaub sein?

Name: Karin Klein

Erklärung:

Wir planen mit unseren Kindern (4 und 7) nächsten Monat eine Amerikareise. Welche Impfungen brauchen sie vorher noch und wann ist der beste Zeitpunkt dafür? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort:

Impfplan
Die Impfvorbereitungen für eine Reise in die Vereinigten Staaten sind nicht schwierig, wenn ihre Kinder, wie in Deutschland üblich, gemäß den Bestimmungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) geimpft wurden. Die Impfempfehlungen für Kinder und Jugendliche in Amerika sind denjenigen Deutschlands annähernd identisch. Das bedeutet, dass Ihre vier- und siebenjährigen Kinder einen kompletten Impfschutz haben sollten gegen:

  • Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung
  • Haemophilus influenzae B HIB, Keuchusten Pertussis
  • Hepatitis B
  • Masern, Mumps, Röteln und Windpocken Varizellen

Spezielle Impfungen
Die Pneumokokkenimpfung, wie auch die Influenzaimpfung gelten in den Staaten, wie auch in Deutschland, als Indikationsimpfungen, das heißt: sie sind nur unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen notwendig. Eine Hepatitis A-Impfung sollten Sie erwägen, wenn sie in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis-A. Risiko reisen sollten. Diese Gebiete erfahren Sie am besten über die lokalen amerikanischen Gesundheitsbehörden vor Ort, beziehungsweise über das Auswärtige Amt in Berlin.

Übersicht aus erster Hand
Eine hervorragende und aktuelle Übersicht bekommen Sie vom Center for disease control (CDC) unter dem untenstehenden Link: www.cdc.gov/nip, oder unter der Hotline in den USA: 800-822-7967. Im übrigen handelt es sich wie in Deutschland lediglich um Impfempfehlungen.

Impfpflicht
Für Touristen ohne Visumspflicht besteht keine Impfverpflichtung. Impfauflagen gelten für Einwanderer und Reisende mit Visumpflicht, wie auch geplante Aufenthalte in Kindergärten, Schulen, Colleges oder vergleichbaren Gemeinschaftsunterkünften.

Impfabstände
Die Frage der zeitlichen Impfabstände richtet sich ebenfalls nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission in Deutschland und ist im Detail nur in Kenntnis der bereits erfolgten Impfungen zu beantworten. Allerdings rate ich Ihnen, das gesamte Impfprogramm möglichst 10 bis 14 Tage vor der Reise abgeschlossen zu haben, um bei Reiseantritt von der vollen Wirksamkeit des Impfschutzes profitieren zu können. Bitte bedenken Sie auch Vorsorge für die lange Flugreise mit Ihren Kleinkindern zu treffen, wie auch ein gemächliches Urlaubsstartprogramm aufgrund der Zeitverschiebungen Jetlag und der erforderlichen Akklimatisation einzuplanen.

Gute Reise! Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg

www.cdc.gov/nip
www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/index_html
www.kind-jugendarzt.de/impfungen11.php


Fragestellung:

Wann muss man die Nahrung von Beba Pre auf Beba 1 umstellen? Und ist das überhaupt nötig?

Name: Stefan Letz

Erklärung:

Unser Sohn ist am 17.01.05 vier Wochen zu früh geboren, mit 1830 Gramm. Er bekam zuerst Beba Frühgeborenennahrung bis 3500 Gramm Gewicht. Jetzt füttern wir seitdem Beba Pre - momentanes Gewicht 5600 Gramm mit 4 Monaten. Der Junge trinkt 4x pro Tag je ca. 200 ml. Er schläft nachts von 20 bis 5 / 7 Uhr durch. Unser Kinderarzt meint, wir sollen jetzt auf Beba 1 umstellen. Wir haben aber Sorge, dass unser Sohn dann weniger trinkt als er braucht, durch die eh schon wenigen Mahlzeiten. Auch scheint er davon satt zu werden für 3,5 bis 4,5 Stunden tagsüber.

Antwort:

Das hier beschriebene Trinkverhalten und die Ernährung ihres Sohnes ist geradezu mustergültig. Gratulation! Ihr Säugling hat sein Mangelgewicht mittlerweile erfreulich, ja geradezu überdurchschnittlich aufgeholt.

Im ersten Lebenshalbjahr liegt die durchschnittliche Trinkmenge bei etwa einem einem Sechstel des Körpergewichtes. In Ihrem Falle also ca. 950 ml, und somit eine Energiezufuhr von ca. 90 kcal pro Kilogramm am Tag.

Der Umstieg von einer Premilch auf die Folgemilch 1 oder 2 des gleichen Herstellers klingt zum jetzigen Zeitpunkt mit vier Monaten durchaus vernünftig. Die unterschiedlichen Zusammensetzungen der Säuglingsmilchen entsprechen den natürlichen Veränderungen der Muttermilch. Im Alter von 4 Monaten nimmt etwa die Trinkmenge, aber auch der Kalorien- und Eisenbedarf des Säuglings zu, der Fettgehalt der Milch nimmt hingegen ab. Daher werden in den industriellen Fertig-Folgemilchen die Fette gegen längerkettige Kohlehydrate wie Stärke und einen höheren Eiweissanteil ausgetauscht.

Die Einführung der Folgemilchen wird nach meiner Erfahrung auch nicht zu einem schlechteren Trinkverhalten führen. In der Praxis beobachte ich meist das Gegenteil! Sie müssen die Ernährung auch nicht mit dem Rechenschieber bemessen. Die Natur hat unsere Säuglinge mit einem ausgezeichneten intuitiven Trinkverhalten ausgestattet - Ihr Sohn ist ein Musterbeispiel hierfür. Die beschriebenen vier Mahlzeiten, mit den entsprechend langen Verdauungspausen, sind ideale Voraussetzungen für ein gutes Gedeihen. Für die langen und offensichtlich ruhigen Nächte werden Sie viele Mütter beneiden. Im Grunde zeigt ihr Kind, als ehemaliges Frühgeborenes, bereits ein vorgereiftes Ernährungsverhalten, etwa einem acht Monate alten Kleinkind entsprechend.

Ändern Sie bitte nichts am Trinkrhytmus, Ihr Baby ist in dieser Hinsicht perfekt. Mit den besten Wünschen, Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg

www.kind-jugendarzt.de/beikost.php


Fragestellung:

Was kann man bei Kuhmilchunverträglichkeit machen?

Name: Anne Fabian

Erklärung:

Mein Sohn (8 Monate) leidet an Kuhmilchunverträglichkeit. Ist es ratsam ihn jetzt umzustellen?

Antwort:

Die Unverträglichkeit der Kuhmilch finden wir heutzutage bei Babies und Säuglingen unserer Zivilisation recht häufig. Dabei ist zunächst einmal die sogenannte Intoleranz von einer Allergie zu unterscheiden.

Bei der Kuhmilcheiweissintoleranz handelt es sich in der Regel um eine angeborene Verdauungsschwäche bei der Verstoffwechslung bestimmter Eiweissarten der Kuhmilch. In vielen Fällen werden kleine Mengen von Milch toleriert. Wird aber relativ viel Milch getrunken, führt die Erkrankung zu Bauchbeschwerden, Blähungen, Durchfällen, etc., und einer Störung des Gedeihens.

Die Kuhmilcheiweissallergie kann ebenfalls zu den oben geschilderten Symptomen führen. In der Regel zeigt sie sich aber durch entzündliche Störherde der Babyhaut Neurodermitis. Ein häufiger Krankheitsbeginn liegt hier in der vierten bis sechsten Lebenswoche, oder wenige Tage nach dem Beginn einer Flaschenfütterung. Bei der Kuhmilcheiweissallergie werden bereits kleinste Mengen von Kuhmilch zu Krankheitserscheinungen führen. Daher ist es sehr wichtig, über längere Zeit, sämtliche Nahrungsmittel die Kuhmilch enthalten, zu meiden.

Vorsicht: Häufig wird verkannt, dass alle gängigen Säuglingsmilchen Kuhmilcheiweiss enthalten. Dies gilt auch für alle hypoallergenen Säuglingsmilchen mit dem Zusatz H.A.. Sie sind bei einer Kuhmilcheiweissallergie völlig ungeeignet.

Beim Vorliegen einer Kuhmilcheiweissallergie ist es tatsächlich wichtig, die Kuhmilchprodukte über einen längeren Zeitraum, mindestens für ein halbes Jahr, konsequent zu meiden. So können die Entzündungsprozesse an der Darmschleimhaut vollständig rückgebildet werden und die notwendige Nachreifung der Darmwand stattfinden.

Nota: Solange keine sicheren Hinweise für eine Kuhmilcheiweissallergie vorliegen, ist die vorbeugende Empfehlung vieler Bücher, Kuhmilch im ersten Lebensjahr vollständig vom Speiseplan des Kleinkindes zu streichen, übertrieben. Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- Jugendarzt, Augsburg

www.kind-jugendarzt.de/neurodermitis3.php


Fragestellung:

Woran erkenne ich, dass mein Kind Zölikalie hat?

Name: Angelika

Antwort:

Zöliakie ist eine Autoimmunkrankheit, ausgelöst durch Gliadin, einem Bestandteil des Weizenklebereiweißes Gluten. Eine Ernährung mit Weizen, Roggen, Hafer oder Gerste führt zu chronischen Schäden an der Dünndarmschleimhaut.

Die ersten Symptome sind demzufolge Verdauungs-beschwerden, die sich typischerweise 1- 6 Monate nach dem Beginn von Getreideernährung entwickeln. Es kommt zu dünnen, übelriechenden Stühlen oder Durchfall, Leibschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen. In der Folge findet sich häufig allgemeines Unwohlsein, Reizbarkeit, Müdigkeit, Misslaunigkeit, schlechtes Gedeihen oder sogar Gewichtsabnahme und Wachstumsstörungen. Die zunehmende Blässe ist Ausdruck eines Eisenmangels und einer Blutarmut.

Die hier skizzierten Symptome beschreiben die klassische Verlaufsform der Zöliakie, die wir typischerweise zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat beobachten können. Schwieriger zu entdecken ist die sogenannte atypische Zöliakie, bei der nur ein oder einige wenige Symptome in Erscheinung treten.

In den letzten Jahren wurde weltweit festgestellt, dass die Zöliakie deutlich häufiger auftritt, als früher angenommen. Dabei ist die verbesserte Labordiagnostik von großem Vorteil. In Verdachtsfällen sollten Sie sich direkt an ihren Kinder- und Jugendarzt wenden, der anhand der Laborparameter Anti-Gliadin IgA / IgG, Endomysium IgA und Transglutaminase IgA (bei normalem Serum-IgA) die Diagnose mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit stellen kann.

Merke: aufgrund immer häufigeren atypischen Zöliakie-Verläufe mit geringer Symptomatik, sollte im Verdachtsfalle stets eine gründliche Labordiagnostik erfolgen.

Differentialdiagnostisch kommen Darminfektionen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) Nahrungsmittelunverträglichkeit etc. in Frage.

Die Diagnose Zöliakie erfordert eine lebenslange glutenfreie Diät auf der Basis von Mais, Reis, Kartoffeln, Buchweizen, Hirse, Amaranth oder Quinoa, womit sich die Laborparameter und auch die Darmschleimhaut innerhalb 2 bis 12 Monaten vollständig normalisieren können.

Im Kleinkindesalter finden wir selten auch eine spontane Normalisierung nach dem zweiten Lebensjahr. Dr. Martin Lang, Kinder-und Jugendarzt, Augsburg

www.dzg-online.de
www.zoeliakie-treff.de


Fragestellung:

Graphites gegen Übergewicht?

Name: Silke Wagner

Erklärung:

Kann ich homöopathisch mit Graphites dem Übergewicht und den Appetit auf Süßes bei meiner Tochter entgegenwirken? Mit welchter Potenz und wie ist es anzuwenden?

Antwort:

In den Industrienationen ist Übergewicht im Kindesalter bereits ein häufiges Problem, leider mit weiterhin zunehmender Tendenz. Aktuell leidet in Deutschland jedes vierte bis fünfte Kind unter Fettsucht.

In der Behandlung der Übergewichtigkeit spielt nach meiner Erfahrung die Homöopathie keine grosse Rolle. Natürlich gibt es einige Konstitutionsmittel die im Falle von Übergewichtigkeit gegeben werden können. Konstitutionsmittel werden in der Potenz ab C30 (ggf. C200, LM) eingesetzt. Doch führt dies alleine - nach meiner Beobachtung - nicht zu einer wesentlichen und anhaltenden Gewichtsverbesserung.

Graphites gehört tatsächlich zu den Konstitutionsmitteln, die man bei der Fettleibigkeit von Gesicht und Stamm geben kann, wobei in diesem Fall die Glieder eher mager erscheinen. Graphites-Patienten neigen typischerweise zu hartnäckigen Hautausschlägen (Ekzeme, Neurodermitis), Verstopfungen, sowie eitrigen Hautinfektionen. Im Gemütsbereich gelten sie als eher träge und unentschlossen.

Ein anderes klassisches Mittel bei Übergewicht ist Barium carbonicum. Diese Kinder sind auffallend langsam und träge, sie neigen zu wiederkehrenden Hals-Nasen-Ohren-Infekten.

Calcium carbonicum-Kinder sind ebenfalls gut beleibt, pausbackig mit fülligen Lippen. Auch sie haben eine ausgeprägte Infektneigung im Kleinkindesalter. Ihr Gemüt ist sehr sonnig, ihre Entwicklungsschritte eher gemächlich, sie lieben Süßes und Eier. Auffallend ist auch die nächtliche Kopfschweisse.

Für eine erfolgreiche Gewichts-Behandlung ist eine umfassende und langfristig angelegte Änderung der Lebensgewohnheiten entscheidend. Die Kernelemente sind eine bewusstere Ernährung, sowie einen besseres Bewegungsverhalten im Alltag. In Absprache mit dem behandelnden Kinderarzt müssen Fette und Kohlenhydrate (Zucker) eingeschränkt werden. Die Zeiten, an denen am Computer oder am Fernsehschirm gesessen wird, sollten limitiert werden und durch Sport und Bewegungsspiele ersetzt werden. Bei der Fahrt in die Schule oder zum Einkauf sollte das Fahrrad öfter mal das Auto ersetzen. Es geht also um eine langfristige und ernst gemeinte Umstellung der Lebensgewohnheiten. Große internationale Studien haben zudem gezeigt, dass langanhaltende Erfolge nur unter Mithilfe von psychologischer Unterstützung erreichbar waren.

Dahingegen sind rigorose Diäten heutzutage verpönt. Nach kurzfristigen Gewichtserfolgen erzielen sie nämlich durch den sog. Hunger-Effekt des Organismus längerfristig eher eine gegenteilige Wirkung.

Gutes Gelingen! Ihr Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg

www.kind-jugendarzt.de/Adipositas-links.htm

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