Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Dr. med. Martin Lang & Dr. med. Petra Weinzierl-Moll
Kinder- und Jugendärzte, Homöopathie, Augsburg

Schlafgewohnheiten von Babies und Säuglingen

Schlafbedarf:
Der Schlat ist ein Grundbedürfnis des Menschen (wie Hunger und Durst). Der Schlafbedarf wird generell mit zunehmendem Alter geringer. Bei Kindern verläuft der Rückgang des Schlafbedarfes extrem schnell. Im ersten Lebensmonat beträgt die mittlere Schlafdauer des Säuglings noch 16 - 18 Stunden pro Tag. Hingegen schlafen die einjährigen Kinder täglich im Durchschnitt nur noch 12 - 13 Stunden.

Schlafrhythmus - Schreiunruhe:
Neugeborene haben noch keinen Tag- /Nachtrhythmus. Sie schreien aufgrund ihrer elementaren Bedürfnisse (z.B. Hunger, Durst, Schmerz, Angst, Überreizung, Langeweile). Die täglichen Schreiphasen sind meist um die sechste Lebenswoche herum am längsten. Bis zu drei Stunden Babyschreien täglich werden häufig beobachtet und gelten als "normal".

Übermäßiges Säuglingsgeschrei hat mit der natürlichen Unreife des Babys zu tun:
1. Die natürliche Verhaltensregulation des Säuglings ist noch nicht ausgereift. Die Anpassung des Säuglings an seine neue Umgebung ist überreizt.
2. Die Verdauungsorgane (z.B. Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, u.v.m.) arbeiten noch nicht mit voller Leistungskraft. Der Darm übernimmt in den ersten zweieinhalb Lebensmonaten den Großteil der Stoffwechselarbeit. Dabei werden sehr viel Gase produziert.

Unruhige Nächte - die Nabelkoliken

Die übermäßige Schreiunruhe, im Volksmund "Drei-Monats-Kolik" genannt, ist ein verbreitetes Phänomen unserer Zeit. Typischerweise beginnt die Schreiunruhe nach ca. einer Woche und hält dann mehr oder weniger heftig über drei Monate an, bis sie wieder spurlos und gottlob auch folgenlos verschwindet.

Bei den Eltern - ich habe dies selbst bei meinen drei Kindern erlebt - löst das Schreien einen "Beschützer-Reflex" aus. Sie möchten das Kind trösten. Das gelingt oft nur mit großen Mühen, oder gar nicht. Die Eltern erleben Frustration und machen sich heimlich Vorwürfe, keine "guten" Eltern zu sein. Aus der Umgebung (Oma, Nachbarn) häufen sich gut gemeinte Ratschläge und "todsichere" Erfolgstipps.

Das Babyschreien ist aber oft anlagebedingt. Es gibt pflegeleichte und "buddha"-haft zufriedene Babies, und es gibt eben auch lebhafte, charakterstarke und neugierige Kleinkinder. Dies führt in den ersten Wochen nicht selten zu Überreizung und inneren Verspannungen, die sich durch Schreien entladen dürfen.

Medulla - unser Praxisbär

Bewährte Tipps bei Unruhezuständen

  1. Überreizung abbauen: dauerndes Stillen, zu heftiges Schaukeln, häufiger Personenwechsel oder anderes Spielzeug "überfüttert" die Sinne Ihres Kindes.
  2. Schlafen, Spielen und Spaziergänge sollten zu festen Tageszeiten stattfinden.
  3. Festen Trinkrhythmus angewöhnen, dazwischen nur Tee.
  4. Wenn Ihr Baby wach wird, sollte es nicht gleich gestillt werden. Versuchen Sie es mind. eine Stunde hinzuhalten: Streicheln, Reden, Schnullern, Herumtragen, Wickeln, etc.
  5. Nach der Mahlzeit Aufstoßen lernen, beim Wickeln an warmem Platz leichte Bauchmassagen (ggf. Kümmelzäpfchen oder Windsalbe verwenden).
  6. Herumtragen in der "Fliegerstellung", Füßchen mit Handteller festhalten, Baby's Beinchen dabei in Beugestellung bringen (erleichtert den Windabgang).
    Aber: Herumtragen soll nur als Übergang helfen, nicht Dauergewohnheit werden.
  7. Läßt sich das Ihr Baby innerhalb von 10 Minuten nicht beruhigen, will es
    alleingelassen werden. Lassen Sie es 10 - 15 Minuten alleine im Bettchen,
    es braucht die Chance zu lernen sich selbst zu beruhigen.
  8. Vater und Mutter sollten sich im "Baby-Dienst" abwechseln.
  9. Homöopathie kann helfen die inneren Spannungen umzustimmen.
  10. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn diese Tipps nicht sofort helfen. Eine Umstellung dauert ca. 3 bis 4 Tage, bis ein Erfolg sichtbar wird. Ist dann noch keine Besserung einge-treten, braucht Ihr Kind noch Zeit. Vier Wochen später können Sie es noch einmal probieren.

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

Die optimale Schlafumgebung zur Vorbeugung von SIDS
Bitte beachten Sie:

Verwenden Sie keine Kopfkissen. Achten Sie darauf, dass keine Bettumrandung und keine Zudecke verrutschen kann, damit Baby’s Kopf nicht zugedeckt werden kann.

Baby zum Schlaf in Rückenlage legen.
Lassen Sie den Säugling im elterlichen Schlafzimmer schlafen -
aber in einem eigenen Kinderbett.
Baby am besten in Schlafsack legen.
Ideal ist sechs Monate zu Stillen.
Ihr Kind sollte in rauchfreier Umgebung wohnen und schlafen.
Optimale Raumtemperatur: 16 - 18°C

Vermeiden Sie eine Überwärmung Ihres Kindes.
Test: die Haut sollte sich warm aber nicht verschwitzt anfühlen.
Prüfen sie am besten im Nackenbereich zwischen den Schulterblättern.

Linktipp: www.jugendmedizin.de

Medizin für Kinder in AugsburgHier finden Sie auf über 600 Seiten:

Im Buchhandel: Dr. Lang: Die Gesundheit Ihres Kindes

Im Internet:
Dr. Lang im Expertenforum


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