Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. med Jochen Wulff, 58640 Iserlohn/Hennen

Praxisschwerpunkt: Allergologie
Eine Allergie ist die Bereitschaft des Körpers auf bestimmte Umweltreize mit deutlich übersteigerter Abwehrreaktion zu reagieren. Ausprägungen der Allergie kann eine Neurodermitis -also ein schwerwiegendes Ekzem mit Krankheitswert-,das allergische Asthma,der typische Heuschnupfen oder eine Nahrungsmittelallergie des Darmes sein.

Wichtig ist zunächst die Erkennung des Vorliegens einer Allergie, vor allem aber auch eine für das einzelne(!) Kind angemessene Diagnostik. Die z.T. belastende Diagnostik und therapeutische Empfehlungen sollen sich nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes richten. Aktuelle wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse sind dabei zu berücksichtigen. Weltanschauliche oder gar wirtschaftliche Sichtweisen sind unterzuordnen.

In meiner Praxis wird nach Abklärung von Hinweisen aus der Vorgeschichte und dem körperlichen Untersuchungsbefund beraten, ob weitergehende Untersuchungen dem Kind zu diesem Zeitpunkt überhaupt zugemutet werden müssen. Auch die abwartende, eingreifbereite Beobachtung des Verlaufes der Beschwerden durch Eltern und Arzt ist ein wesentlicher Baustein der Diagnostik! Andrerseits bestehen bei erkannter Notwendigkeit ein Lungenfunktionsgerät, Haut- und Schleimhauttests und ein Rhinomanometer sowie die Zusammenarbeit mit einem allergologisch versierten Labor zur Verfügung.

Als Mitglied der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft der allergologisch tätigen Kinderärzte (WAPA) folge ich bei Theraapieempfehlungen den modernen Standards. Dazu gehört als wichtiges Element auch die Desensibilisierungstherapie ("Unempfindlichmachung") als einzige zur Zeit mögliche ursächliche Behandlungsmöglichkeit. Die Einbeziehung anderer Fachärzte bei ergänzenden Fragestellungen ist selbstverständlich.

ALLERGIEBEHANDLUNG - eine Übersicht

Im Wirrwarr von Präparatenamen geht öfter mal die Übersicht verloren: hier eine Orientierungshilfe für unsere Patienten ! (Hier wird nicht näher darauf eingegangen, dass abendliches Haarewaschen, Aufenthalt im Haus, Vermeidung von Spitzenbelastungen (Radeln durch blühende Wiesen) gute Grundmassnahmen sind.)

I )  Es gibt nur eine ursächliche Behandlung einer Allergie: dies ist die Hyposensibilisierungsbehandlung also "Unempfindlichmachung". Sie ist ab einer bestimmten Altersklasse bei einer bestimmten Ausprägung der Allergie als langfristige, regelmäßige Therapie über 3-5 Jahre sinnvoll und wird von uns nach gemeinsamer Verlaufsbeobachtung mit Ihnen angesprochen.

II )  Zur Behandlung nur der störenden Symptome der Allergie stehen folgende Substanzgruppen zur Verfügung:

1.a)  Schleimhautabschwellende Nasentropfen (z.B. Olynth): funktioniert, aber macht bei längerer Anwendung die Nase noch trockener und wieder anschwellungsbereiter.     b)  abschwellende Augentropfen (z.B.Ophtopur): hier gilt das Gleiche in grün.

2.  Kochsalzlösung: für die Nase selbst angefertigt oder z.B. als Emser Nasenspray als Nasenspülungskanne oder auch inhaliert über Inhalationsgeräte: ist zuträglich durch Pollenabwaschung von den Schleimhäuten.

3.  Zelluloseextrakte, die als Nasenspray eine Schutzfilm über die Schleimhaut ziehen, sind in Großbritannien üblich und werden als nicht verordnungsfähige Medizinprodukte vertrieben. Wirken durchaus unterstützend.(z.B. Allergopret)

 

4. Antihistaminika: Bei der übertriebenen Immunreaktion im Rahmen der Allergie wird der gefässerweiternde, zu Schwellung und Juckreiz führende Stoff Histamin ausgeschüttet. Ihm setzt man sogenannte Antihistaminika  entgegen. Diese können...

    a) systemisch über den Mund gegeben werden (z.B. Fenistil Tropfen, Cetirizin -, Aerius-, Loratadin Tabletten) und sind gut wirksam und verträglich. Sie werden je nach Präparat 1-3x/ Tag gegeben. Sie können aber auch gering müde machen oder... 

   b) lokal gegeben werden z.B. als Nasensprays oder Augentropfen (Livocab, Vividrin akut).

Ob man hiermit systemisch und/ oder lokal behandelt ist von der eigenen Einschätzung (Wetterlage schon morgens pollenlastig ?, Belastungsgefühl, doch plötzliches Herausgehen-aus-dem-Haus oder aber notwendige Zusatzgabe des einen oder anderen Antihistaminikums) abhängig.

5.  Cromoglicinsäure (z.B. Cromohexal, Vividrin ohne Zusatz "akut"): wirkt nur mäßig und langsam schützend bei ganz regelmäßiger Gabe Tag für Tag.

6.  Corticoidpräparate: wirken zuverlässig reizlindernd und als einzige abschwellend (so bei der "stuffy nose", also der immer verstopften Nase, wo man in die Versuchung gerät, ständig Olynth zu nehmen). Generell wirken die Sprays zum Schutz für Nase oder auch Lunge bei allergischem Asthma sehr zuverlässig, aber nur bei regelmäßiger Gabe und mit einer Verzögerung ! Daher bei akutem Pollen-Asthma Gabe von Salbutamol (siehe 8.) ! Die Nebenwirkungen sind bei den Sprays sehr gering und allemal geringer als die Nebenwirkung einer unkontrollierten Allergie selbst.

    a) Corticoid- Nasensprays (z.B. Budes Nasenspray, Nasonex, Avamys) müssen die ersten Tage ca. 10 min nach Olynth gegeben werden, sodass die Wirkstoffe erst einmal die noch angeschwollene Nasenschleimhaut durchdringen können. Weitere Gabe 1-2x/ Tag.

    b) Corticoid- Inhalationssprays (z.B. Budes Dosieraerosol, Junik. Budiair, Pulmicort, Flutide) werden 2x/ Tag mit genauer, von uns demonstrierter Technik (z.B. auch über einen sogenannten Spacer Aerochamber, Vortex) als Inhalierhilfe inhaliert.

    c) Corticoid- Tabletten: werden nur in Ausnahmefällen nötig und individuell besprochen.

7.  Montelukast (z.B. Singulair): wirkt mäßiggradig schützend und verzögert gegen Bronchialverengung bei regelmäßiger Gabe. Wird 1x/ Tag über den Mund eingenommen.

 

8.  Salbutamol Inhalationssubstanzen (z.B. Salbutamol, Salbulair, Pädiamol) als Sprays oder Lösung für das Inhaliergerät wirken gegen asthmatische akute Bronchialverengung: sie sind prompt erweiternd, aber nicht schützend vor weiterer Überempfindlichkeit. Dafür sind ja die regelmäßig zu gebenden Corticoid- Sprays (s.o.) da! Wenn auch ein Corticoidpräparat inhaliert werden muss, gilt: Salbutamol 5 min vor Corticoid !  ( Es gibt „Langzeit-Salbutamol“ und Corticoid auch als Kombipräparate für bestimmte Fälle (z.B. Viani, Symbicort) ).

 

 

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