Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. med Jochen Wulff, 58640 Iserlohn/Hennen

DAS INFO ARCHIV !!!

IMMER WIEDER INTERESSANTES - ALPHABETISCH ZUM NACHGUCKEN !!!

ALLERGIEPROPHYLAXE

Die Allergieprophylaxeempfehlungen wurden aktualisiert, entsprechen aber unseren bisherigen Informationen für Sie in der Praxis: Stillen ist optimal, bei Stillersatz HA-Nahrungen bei Allergierisikofamilien für 4, max. 6 Monate, dann auch hier altersgemäße Beikost. Zu späte Beikosteinführung scheint das Allergierisiko dann wieder zu steigern.


ANTIBIOTIKA

Antibiotika ( AB ) gibt es aus verschiedenen chemischen Klassen (z.B. die Penicilline, die Sulfonamide, die Cephalosporine usw.). AB wirken immer nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren, die ja die Mehrzahl der Atemweginfektionen stellen. Eine unkomplizierte Bronchitis ohne hohes Fieber und ohne langanhaltenden Verlauf heilt als viraler Infekt auch ohne AB ab. Zu reichlich eingesetzte und unnötig komplizierte AB sowie die Anwesenheit von AB in Nahrungsmitteln machen Bakterien resistent und führen zum Behandlungsversagen wenn es darauf ankommt. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten MRSA Bakterien im Krankenhaus, die schon gegen alles an AB Abwehrmechanismen haben.

 

ADHS - Krankheit oder Sozialphänomen?

Das ADHS Syndrom ( krankheitswerte Störung der Aufmerksamkeit in Verbindung mit mehr oder minder ausgeprägter Bewegungsunruhe ) ist nun endlich als diagnostizierbare und therapiebare Erkrankung anerkannt.

Andererseits schafft die Gesellschaft in Art der Ausbildung, der familiären Strukturen und der Freizeitbeschäftigung ein Umfeld, das das Kind (aber auch die Erwachsenen) bei der Aufmerksamkeit auf das Wichtige massiv behindert.

Das ist dann aber keine Aufmerksamkeitsstörung durch Krankheit, sondern eine im pädagogischen oder soziologischen Sinne und sicher viel häufiger. Das bedeutet aber, daß die Gesellschaft Ihre Kinder selbst krank macht.

Wird Ihnen die Frage nach ADHS zugetragen, bedenken Sie also auch solche aufmerksamkeitsbeeinträchtigenden Faktoren in Kindergarten, Schule und Familie.


ALKOHOL

Zuviel Alkohol bei Jung und Alt: 12-17 jährige haben zu 13% einmal im Monat einen Vollrausch, 18-25 jährige zu 35%. Erwachsene sind nicht besser.


AMBROSIA (Traubenkraut, Ragweed)

...breitet sich dein Europa durch Vogelfuttersamen aus. Das Zeug ist stark allergieauslösend durch Pollenflug im Juli / August und bei Berührung. Konsequenz? Leider erstmal keine. Apropos Pflanzen: Nie Herkulesstauden in den Garten pflanzen! Wie bei Wiesenbärenklau auch enthalten die Stengel ein Gift, das unter UV- Einstrahlung erst aktiv wird und verbrennungsähnliche Wunden hervorruft.


AUFKLÄRUNG

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist eine äusserst wichtige Informationsquelle in Fragen der Sexualität, des Umgangs mit Rauschmitteln, Ernährung und vieles mehr. Ihre Tochter spricht sie als Ausdruck eines vertrauensvollen Umgangs mit Sexualität zu einer Kondompanne bei der Liebe an? Gut wenn sie jetzt z.B. die Broschüre zur „Pille danach“ kennengelernt haben! Wir setzten auch Infomaterial der BZgA zB bei der J1 mit 13 Jahren ein. Kostenloses Infomaterial können Sie aber auch bei www.bzga.de selber einsehen und bestellen.


AUSSPRACHE (Artikulation)

Artikulation (Ausprache) ist wichtig, folgt im Kindesalter aber einer bestimmten Reifung. So ist ein „t“ statt „k“ und ein Lispelfehler bei 4jährigen meist ganz bedeutungslos, es sei denn sie sind nur der Ausdruck einer schon insgesamt gestörten Mundbeweglichkeit. Solche „Fehler“ bedrohen nicht im Sinne einer späteren Lese- Rechtschreibschwäche! Der Delphintest bei den 4jährigen im Kindergarten ist kein Aussprachetest, er prüft ganz andere wichtige Sprachentwicklungsvoraussetzungen.


AUTOSITZE

- Autositze mit Rückwärtsfahrtrichtung sind bei Kindern bis 2 Jahren wegen des relativ schweren Kopfes überlegen. Diese Einsicht setzt sich durch und wird von der Verkehrswacht und nun auch dem ADAC so vertreten. Apropos: Sommer - Sturzhelm auf dem Fahrrad auch für Erwachsene und auch auf Roller Blades und Wake Boards.

 

BAUCHLAGE BEI BABYS

Die Bauchlage ist zu Recht zur Verhütung des Plötzlichen Kindstodes (SIDS) als SCHLAFlage für Neugeborene und Säuglinge nicht mehr empfohlen. Seit der Kampagne zur Vermeidung der Bauchlage ist die Zahl der verstorbenen Babys halbiert. Angestiegen ist dagegen seitdem die Zahl der Kinder mit Lageasymmetrien, Hinterhauptverformungen und Schiefhaltungen, weil die Bauchlage nun als wichtige Vorbedingung für die Aufrichtung in Richtung symmetrisches Krabbeln fehlt.

Deswegen empfiehlt der Qualitätszirkel der Kinder- und Jugendärzte Ruhrtal die Bauchlage als immer wieder eingesetzte kontrollierte Wachlage, d.h. Sie sind dabei.

Übrigens: Der andere ganz wesentliche Risikofaktor für den Plötzlichen Kindstod ist ja Rauchen in und nach der Schwangerschaft.


BIOLOGICA

Das sind künstlich (gentechnologisch) erzeugte Antikörper. Sie koppeln sich an übertrieben aktive und schädliche Antikörper, die im Organismus des Menschen kursieren und dadurch Krankheiten auslösen, und neutralisieren sie. Solche Krankheiten sind z.B. Rheuma und Asthma. Diese Biologica sind irre teuer und kommen nicht bei schweren, sondern nur schwersten Erkrankungen zum Einsatz. Im Moment haben wir keinen Patienten, der sie benötigt.

 

BLOCKADEN

Was ist eine Blockade?    Im medizinischen Sinne versteht man darunter eine Minderbeweglichkeit. Diese kann sich zwischen einzelnen Wirbelkörpern mit ihren zahlreichen untereinander verbundenen Mini- Gelenken immer finden lassen, obwohl Sie munter durch die Gegend springen. Deswegen ist es wichtig so herum zu denken, dass man zuerst das Bewegungsbild eines Kindes auf Mängel und Abweichungen –also echte BEWEGUNGS blockaden - anschaut und dann erst überlegt, ob dafür eine Blockade auf Wirbelgelenkebene tatsächlich  verantwortlich sein kann.


COMPUTER

 ..... geplant? Nicht nur bei jungen Kindern haben der Fernseher und der Computer auf dem eigenen Zimmer ein hohes Ablenkungspotential. Bitte denken Sie daran, dass der Computer das (Nach-) Denken nicht ersetzt, sondern ergänzend hilfreich sein kann. Studien belegen klar, zuletzt auch von dem ja bekannten Prof. Christian Pfeiffer aus Hannover, dass Konzentration, Essverhalten und Koordination von TV und Computernutzungsverhalten abhängig sind. Sie als Eltern müssen beim Computer selbst so sattelfest sein, dass Sie Filter nutzen können und die auch selbst die Möglichkeit zur angemessenen Kontrolle der Zeit und der besuchten Inhalte am Computer haben. Dann macht es auch gemeinsamen Spaß. WICHTIGE SEITE: http://www.schau-hin.info/ zu Grundlagen der sicheren Reise in derMedienwelt für Eltern und Kinder.


  DON´T SHAKE YOUR BABY!

Diese Informationskampagne für Eltern in den USA findet auch bei uns Beachtung. Mal ehrlich: ein schreiendes Baby, das trotz Füttern, Windelwechseln, Schaukeln usw. weiter brüllt, kann auch liebevolle Eltern zur Weißglut bringen und bis zu Affekthandlungen wie das Schütteln des Kindes treiben. - Aber gerade das ist gefährlich: das noch haltlose Köpfchen wird hin und her geschleudert und es kann zu schwersten Hirn- und Rückenmarkblutungen kommen. Und das passiert in USA, aber auch Europa gar nicht selten !

Also: Erkennen Sie in Überlastungssituationen Ihre eigene Aggression ! Holen Sie sich rechtzeitig Entlastung und Hilfe bei Ihrem Ehepartner, Familie oder Freunden. Das ist keine Schwäche, sondern verantwortungsvolles Erkennen eigener Grenzen !


DROGENMISSBRAUCH

Drogenmissbrauch ist in Deutschland bei Jugendlichen –natürlich auch durch Vorleben eines falschen Umganges mit Alkohol oder Nikotin bei den Erwachsenen- weit verbreitet. Bei 17 jährigen haben fast 1/3 in den letzten  8 Wochen Kontakt mit illegalen Drogen (z.B. Haschisch, Mariuhana, Bong) gehabt. Wenn Eltern und Lehrer durch Rückzug, Leistungsknick o.ä. den Verdacht auf solche Kontakte haben, können Sie sich im ersten Schritt erst einmal über www.teenclean.de oder www.teenclean.de oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de) informieren. Das Internet schafft viel Verwirrung, aber auch gute Infos: www.spielbar.de zu Computerspielge-(miss-)brauch bei der Bundeszentrale für politische Bildung.


DURCHFALL

 Medikamente gegen Durchfall  haben wir Ihnen schon immer sehr zurückhaltend empfohlen. Sie sind nun auch aus der Erstattungsfähigkeit genommen worden. Entscheidend ist weiter die Beurteilung des Kindes zusammen mit Ihnen, ggf die richtige Elektrolytlösung, moderne Diät, Desinfektion und Kontrolle.


EHEC

Enterohämorrhagischer (also darmblutungsauslösender) E.Coli Keim: die freche Verwandtschaft sonst harmloser natürlicher Darmflora ! Aber auch schwerere Darminfektionen anderer Durchfallserreger können einmal Blut im Stuhl verursachen: die Darmschleimhaut wird besonders geärgert und es gehen schon einmal kleine Schleimhautgefässe auf. Wenn das nun aber mit massiven Bauchschmerzen, Fieber, Austrocknung einhergeht, muss der Arzt ran, besonders dann, wenn auch eine irregeleitete Immunreaktion zu Nierenschäden und Blutveränderungen mit Gelbsucht und Hauteinblutungen einhergeht. Das ist dann das berühmte HUS Syndrom, was eher einmal bei Kindern auftaucht, nun aber häufiger auch bei Erwachsenen. Die Erkrankungszahlen bei Kindern sind nicht angestiegen.

Also: weiter Sommerdurchfälle mit Augenmaß behandeln und Hand- und Lebensmittelhygiene durchführen!


EINNÄSSEN, NÄCHTLICHES 

Isoliertes nächtliches Einnässen ist bis zum Alter von zumindest 5 Jahren unproblematisch. Also entspannen, nachts ruhig noch Windeln anziehen (dann besser „Trainingshose“ gegenüber dem Kind genannt), am Abend nicht dursten, aber sparsamer trinken, ggf. nach den Tagesthemen das Kind noch einmal wecken und zur Toilette führen. 


ERNÄHRUNG IN SCHWANGERSCHAFT UND STILLZEIT

Untersuchungen bestätigen den Sinn einer abwechslungsreichen, auch fleischhaltigen Ernährung bei Schwangeren und stillenden Müttern. Folsäure und Eisen sind für die neurologische Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. Der Verzicht auf Milchverzehr der Frauen als angeblicher Schutz vor Allergien beim Kind ist unsinnig. Dies bedeutet eben keinen Schutz und andererseits Mangelernährung für Mutter und Kind. Wichtige Info gem,einsam von Kinderaerzten, Hebammen , Ernährungswissenschaftlern und Gynäkologen unter www.gesund-ins-leben.de !


GEWICHTSENTWICKLUNG BABYS

Das Risiko von Über- und Untergewicht im späteren Alter wird bereits im Babyalter angelegt. Jenseits der mitgegebenen Erbanlagen an sich werden diese durch die Ernährungsweise an- bzw. abgeschaltet. Muttermilch und eiweißreduzierte künstliche Milchen sind daher für reif geborene Kinder ideal.


GRIPPE und GRIPPALE INFEKTE

Grippale Infekte sind unangenehm genug , entsprechen aber nicht dem Schweregrad einer echten Grippe. Charakteristisch für die echte Grippe ist der schlagartige Beginn mit schwerem Krankheitsgefühl, hohem Fieber und starken Atemwegsymptomen. Die Impfung ist besonders für durch Vorerkrankungen gefährdete Patienten und Ältere (Oma und Opa!) unbedingt sinnvoll. Gerade im Kindergarten werden die Grippeviren verteilt und er stellt auch das Erregerreservoir für die Älteren dar. Wir sind in der deutschen Beobachtungsgruppe für die Ausbreitung der Grippe und kennen die Daten. Zur Zeit ist noch keine Aktivität (Stand Ende September 2008) vorhanden.


HÖRSTÖRUNGSENTSTEHUNG

Das Auftreten eines Hörverlust besonders im Hochtonbereich hat sich bei Jugendlichen in 24 Jahren mehr als verdoppelt. Bei 15 jährigen haben bereits 15% Verluste ! Musikgeräte jeglicher Art sollten eine Schallgrenze bei 80 dB haben und Hersteller über die Gefahr der Gehörschädigung zwangsweise aufklären. Als Erwachsene sollte man aber die Schlagerrallye auch nicht bis 130 dB aufdrehen!


HÖRSTÖRUNGSFRÜHERKENNUNG

Die Früherkennung von Hörstörungen ist wichtig und wird ja bei Neugeborenen nach einem landesweiten Programm an den Geburtskliniken durchgeführt. Noch mehr als bei den Sehschwächen z.B. durch Schielen fährt das Gehirn die Verschaltungen im Hörzentrum bei fehlender Belieferung durch Hörreize herunter, was nur schwerlich kompensiert werden kann. Also: Früherkennung wieder wichtig!


IMPFUNG GEGEN GEBÄRMUTTERHALSKREBS

Zwei Impfungen gibt es gegen Krebs: 1.)diejenige gegen das Leberentzündungs-(Hepatitis-) virus, das durch chronische Entzündung schließlich zur Krebsentstehung führt (Hepatitis-B Impfung) und2.) die gegen HPV Virustypen, die den gleichen Vorgang an der Gebärmutter auslösen. Gegen Hepatitis sind fast alle Kinder geimpft, gegen HPV aber nur 30% der Mädchen in Deutschland. Ein Medienverriss hier hat dazu geführt, obwohl die HPV-Impfung offizielle Regelimpfung ist und beispielsweise in Australien und Dänemark praktisch alle Mädchen erfolgreich geimpft sind. Hier die Zahlen: durch HPV bedingte Genitalkarzinome erkranken ca. 9000 Frauen in BRD /Jahr. Ca 2000 /Jahr sterben daran. Wegen auffälliger Gebärmutterhalsabstriche Grad IV als Ausdruck eines entstehenden Krebses werden massenweise Konisationen (Gebärmutterhalsabtragungen) durchgeführt. Diese wiederum sind der häufigste Grund für Frühgeburten. Die Impfung deckt ca. 50% der HPV Virustypen ab. Die Impfung ist gut verträglich: so gut, dass das Impfalter auf 9 Jahre heruntergesetzt wurde.


KINDERSCHUTZBUND

Der Kinderschutzbund ist eine sehr sinnvolle, hilfreiche und kindernahe Organisation, die regelmäßige Verbandszeitschrift informativ und realitätsnah (liegt bei uns aus). Eine Mitgliedschaft ist empfehlenswert. Nehmen Sie doch mal Kontakt unter http://www.dksb-nrw.de/ auf.


KEUCHHUSTEN (PERTUSSIS)

Das Durchschnittsalter für festgestellten Keuchhusten liegt in BRD bei 43 Jahren! Erwachsene sind also der Herd für den gefährlichen Säuglingskeuchhusten und werden selber lange durch diesen Husten arbeitsunfähig. Deswegen werden jetzt alle Erwachsenen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten in Kombination geimpft.


KOCHSALZ

Im Focus der Gesundheitvorsorge steht im Moment der deutlich zu hohe Kochsalzkonsum in der BRD. Kochsalz regelt den Blutdruck herauf und ist ein klarer Cofaktor für Gefässverkalkung. Das Schlaganfallrisiko steigt bis zu 23% und der Risikogrundstein wird schon im Kindesalter gelegt. Also: Salzstreuer weg, mehr reine Gewürze, weniger Salz, natürlichen Geschmack wieder üben. Alle.


KNOCHENMARKTRANSPLANTATION

Aufgrund der Erkrankung durch eine kompliziertere Leukämie bei einem unserer Patienten mit der Notwendigkeit der unmittelbaren Knochenmarktransplantation (KMT) wird noch einmal das Schlaglicht auf die Notwendigkeit für eine große Knochenmark- und Organspenderdatei in Deutschland geworfen.

Die KMT dient ja hauptsächlich dazu, eine so hoch aggressive Chemotherapie gegen den Krebs durchführen zu können, dass ihre sichere Nebenwirkung, das blutbildende System des Patienten endgültig zu zerstören, eben durch die Knochenmarkspende aufgehoben werden kann. Dazu muss der Spender natürlich auf seine Erbeigenschaften untersucht und für den Empfänger geeignet sein.  Weitere Informationen zur Organspende bekommen sie bei uns am Empfang oder unter www.dkms.de. Es ist schon möglich, bei Spende von 50 Euro seine eigene Typisierung nach einem Mundschleimhautabstrich zu Hause machen zu lassen.


KOPFLÄUSE

IIn Herbst/Winter mehr Kopfläuse! Jeden kann es mal erwischen durch direkten Kopf an Kopf Kontakt. Die Viecher können nicht springen. Bei Entdeckung bitte weder Scham noch Hektik und besorgen Sie sich ein wirksames Entlausungsmittel (z.B. Infectopedicul oder Goldgeist forte). Lassen Sie sich nicht alle möglichen Zusatzsachen außer vielleicht einem Haarglättungsmittel zum einfacheren Auskämmen und einem guten (!) Nissenkamm verkaufen. Das Läusemittel kann ich Ihnen in der für das betroffene Kind notwendigen Menge aufschreiben. WICHTIGE und GUTE ADRESSE zu allen Fragen dazu: www.pediculosis-gesellschaft.de


KRABBELN

Ergebnisse der Züricher Langzeitstudie von Professor Largo, der übrigens das hervorragende Buch „Babyjahre" geschrieben hat (prima Lektüre auch besonders für Eltern zum Verständnis von Kinderentwicklung !) : 13% aller Kinder kommen ohne zwischenzeitliches Krabbeln in den Stand und sind durchaus völlig gesund. In den 13% können sich natürlich auch bewegungsauffällige verstecken. Dafür gibt´s Vorsorgen.


MASERNIMPFUNG

Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit: sie  sind eine hochaggressive Viruskrankheit, die eben schon Kinder früh befällt. Fieber, schlechter Allgemeinzustand, starke Beeinträchtigung der Immunabwehr mit dem Angehen von zusätzlich Lungenentzündungen, schwerer Ohrenentzündung oder Hirnhaut/Hirngewebsentzündung. Das Argument: "Kinderkrankheiten muss man durchgemacht haben!" ist deplaziert: Muss man auch einen durchgebrochenen Blinddarm durchgemacht haben, oder einen Verkehrsunfall. Was einige Erwachsene Kindern zur "Reifung" von was auch immer zumuten wollen ist schon ein starkes Stück. Meist haben diese übrigens selber für jede Befindlichkeit ein Pulver im Schrank. Also: Impfen. Aktiv. Das heisst, ein kompetentes Immunsystem kennt dann schon die Antwort, wenn der echte Erreger kommt. Die Verträglichkeit der Impfung ist gut und von allen Fachgesellschaften und der STIKO empfohlen.


MENINGITIS

Nocheinmal zur Klärung des Begriffes MENINGITIS (=Hirnhautentzündung). Dieser Krankheitszustand kann durch ganz verschiedene Erreger ausgelöst werden. Hier sind nur einige wichtige schwerwiegende, die durch eine Impfung ausschaltbar sind:

  • a) HIB Erreger: Schutz durch die 6-fach Impfung als Baby.
  • b) MASERN: Schutz durch Impfung mit 1 Jahr.
  • c) PNEUMOKOKKEN: Nun endlich Impfung für alle Kinder ab 3 Monate bis 2 Jahre.
  • d) MENINGOKOKKEN C: Heissen so ähnlich wie das Wort Meningitis, sind aber eben nur einer der möglichen Errreger. Die Impfung wird für alle Kinder im 2. Lebensjahr übernommen,als Individualschutz für Kinder im 1. Lebensjahr gibt es sie nur als Selbstzahlerleistung bzw. über die Kassen nur für Schwerter Patienten.

e) Sonderfall FSME: Zeckenübertragene Virusmeningitis. Impfung nur bei Aufenthalt in bestimmten Gebieten sinnvoll, da es das Virus nicht überall gibt.(s.a. unter "Zecken" !)

Daneben können auch häufig krankmachende, aber nicht bedrohliche Virusinfektionen Auslöser der Meningitis sein.


MANUALTHERAPIE/OSTEOPATHIE BEI BABIES

Ende April 2015 war unsere Praxis wegen eines Manualtherapie und Osteopathie Kongresses in Hannover geschlossen. Hier ein paar Erkenntnisse für Sie! 1.) Die Haltungsasymmetrie des Neugeborenen ist grundsätzlich nicht krankhaft, soweit bei sorgfältiger Untersuchung keine neurologischen oder chirurgischen Störungen zu identifizieren sind. 2.) Haltungsbevorzugung wird durch korrektes Haltungstraining mit abwechslungsreicher Lage und Bauchlagenförderung im Wachzustand des Babys begegnet. 3.) Frühbehandlungen bergen die Gefahr der unnötigen Behandlung von normalen, vorübergehenden Haltungsbevorzugungen (sog. transitorischer Phänomene). 4.) Das Vorgehen bei Diagnostik und Therapie tatsächlicher HaltungsSTÖRUNGEN ist nicht wissenschaftlich untersucht und standardisiert und ist mit viel Erfahrungsmedizin (muss ja nicht schlecht sein!) verbunden. Die Erarbeitung wissenschaftlich erkennbarer Qualitätskriterien beginnt aber.


MITTELOHRENTZÜNDUNG

Was ist eigentlich das „Mittelohr" ? Das Ende des Gehörgangs wird vom Trommelfell abgeschlossen. Dahinter liegt ein kleiner luftgefüllter Raum (das Mittelohr)mit einem Belüftungskamin ,der zum Nasen-Rachenbereich Verbindung hat. Ist dieser Kamin durch Schwellung der Nasenschleimhäute bei Infekten oder durch zu groß angelegtes Lymphgewebe (den Polypen) verlegt, verschwindet die Luft im Mittelohr und macht einem wässrigen, später schleimigen Erguß Platz, der sich mit Bakterien besiedeln kann (akute Mittelohrentzündung) oder auch dauerhaft die Schwingung des Trommelfells behindert und so zum Hörverlust führt.


NABELSCHNURBLUT

Werdenden Eltern wird kurz vor der Geburt die kostenträchtige  Einlagerung von Nabelschnurblut zur Behandlung von z.B. Leukämien im späteren Lebensverlauf des Kindes oder Korrektur von anderen Erkrankungen nahe gelegt. Dafür besteht keine wissenschaftlich ausreichende Grundlage. Eine Stellungnahme der Fachgesellschaften liegt vor (DÄB Nr.50/2009).


Nabelschnurblutspenden

sind gut und sinnvoll für andere - z.B. für Knochenmarktransplantationen bei anderen Krebskranken. Die sehr teure, oft beworbene Rücklegung des Nabelschnurblutes für das Baby selber ist kaum sinnvoll. Effektbeweise fehlen. Niemand wird nach einer mit Chemotherapie gegen die Krebserkrankung dem Patienten sein eigenes, vielleicht anlagemäßig krankes Blut zurückgeben. Übrigens: Stammzellen lassen sich mittlerweile auch aus Venenblut waschen.


NORO VIREN

Wenig shake hands und viel Hände desinfizieren! Wenn die Noroviren unterwegs sind, sind sie hochansteckend, 10 Keime reichen bereitszur Ansteckung. Bei dem hohen Erregergehalt im Durchfall reicht theoretisch ein Stuhlgang aus , um die komplette Menschheit zu infizieren ! Die Verläufe sind besonders für Ältere und Kleinkinder heftig, aber auch durchaus mal nur kurz und harmlos. Spezielle Medikamente gibt es nicht. Die Hilfestellung richtet sich ja nach dem Flüssigkeitsverlust und damit Zustand des Patienten und nicht nach einem speziellen Erregertypen. Billige PE Handschuhe (=Mülltütenhandschuhe) kaufen. Erbrochenes, schmutzige Wäsche damit entsorgen und Handschuhe dann wegwerfen!


PARACETAMOL 

Paracetamol ist weiter eine gut verträgliche Einzelsubstanz gegen Fieber und Schmerz. Die Dosis bestimmt sich nach Packungsbeilage pro Kilogramm Körpergewicht des Kindes und ist in den neueren Präparaten auch bereits angepasst. Problematisch ist nicht eine länger notwendige Gabe des Medikamentes, sondern die Überschreitung der Tageshöchstdosis.


PFEIFFERSCHES DRÜSENFIEBER

Das Pfeiffersche Drüsenfieber durch EBV Viren ist weit verbreitet und drückt sich einmal in einem unspezifischem Infektbild, manchmal auch voll mit Fieber, Mandelentzündung und Lymphknoten- und Milzschwellung aus. Das Virus wird über Mundkontakt weitergegeben (student´s kissing disease). Ein weiterer Grund im Jugendalter nur den oder die Liebste auf den Mund zu küssen !


PLÖTZLICHER KINDSTOD (SIDS)

Nocheinmal Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod : Bauchlage im Schlaf, Rauchen in und nach der Schwangerschaft, Kindstod eines Geschwisters, zu dichte Bettdecken (besser ist ein Schlafsack) und Überwärmung. Sie sehen: es gibt zu beeinflussende Faktoren.


POLLENALLERGIE, SPIELREGELN:

  • unter www.wetteronline.de nach Pollenflug nach PLZ schauen
  • abends Haare waschen
  • Regen wäscht den Pollen aus der Luft, bei der hohen Luftfeuchtigkeit danach wird dafür aber umso kräftiger Pollen freigesetzt
  • Einige Medikamente müssen ganz regelmäßig unabhängig vom Tageswetter gegeben werden (Corticoide, DNCG), andere mehr nach Bedarf (Cetirizin)
  • Birke grundsätzlich bis ca 20.5., dann starten die Gräser bis Juli. Wer gegen ein Gras allergisch ist, ist immer durch Kreuzallergie auch gegen alle anderen Gräser und Roggen allergisch

Pubertätsregeln für Eltern

 Die Pubertät mit ihren Entwicklungsaufgaben für die Jugendlichen (aber auch für die Eltern) kann schwierig sein. Hier ein kleiner Katechismus dazu:

- 1.) Mütter sind keine Freundinnen!  - 2.) Erfahrung ist die Summe der selbst gemachten Fehler.  - 3.) Krisen sind etwas Produktives, wenn man ihnen nur den Beigeschmack der Katastrophe nimmt.  - 4.) Reife ist etwas zu tun, obwohl die Eltern es gesagt haben.  - 5.) Autorität entsteht durch Einstellung und Wahrheit, nicht aus Hierarchie. - 6.) Wenn die Aussenpolitik funktioniert, ist die Erziehung verstanden worden.


ROTA VIREN

Für die Impfung gegen den hochinfektiösen ROTA Virus ist keine öffentliche Empfehlung ausgesprochen worden, weil die durch den Erreger ausgelösten teilweise heftigen Durchfallerkrankungen, die besonders häufig im Winter auftreten, durch die Infusionsmöglichkeiten in Kinderkliniken nicht so oft zu Todesfällen wie in den Entwicklungsländern führen. Diese mit 3 Monaten gegebene effektive und gut verträgliche Schluckimpfung ist sehr sinnvoll, ist aber damit selbst zu bezahlen. Sie ist  nur für Säuglinge bis 6 Monate freigegeben Deshalb ist eine frühe Entscheidung der Eltern notwendig und Sie werden früh auf die zusätzliche Schutzmöglichkeit hingewiesen.


RINGELRÖTELN

Ringelröteln sind beim Auftreten des Ausschlages (eben Ringeln) nicht mehr ansteckend. Das Krankheitsgefühl der Kinder ist gering. Mit „Röteln“ haben die Ringelröteln nur den Namen gemein. Zwischen der 13.-20. Schwangerschaftswoche kann in seltenen Fällen das Virus auf ungeborene Kinder von Müttern, die selber noch nie vorher Ringelröteln hatten(!), übergehen. Wegen der allgemeinen Verbreitung des Virus machen besondere Schutzmaßnahmen keinen Sinn. Ganz gut ist es dagegen am Anfang einer Schwangerschaft beim Frauenarzt mitbestimmen zu lassen, ob man gegen Ringelröteln schon immun ist.


SPRACHENTWICKLUNG KLEINKINDER

Auch bei kleinen Kindern immer ein wichtiges Thema: So wird die Zahl der gesprochenen (auch fehlerhaften) Worte mit 2 Jahren gezählt. Dies ist ein grober Anhalt, aber noch keine Diagnose und soll dann zur Abgrenzung von echten Sprachentwicklungsstörungsrisiken mit zusätzlichen Risikofaktoren erst weiter abgeklärt werden. Das wird es hier dann auch gemäß der Alterklasse des Kindes.


TAGESBETREUUNG

Bis zum 31.7.2013 soll ein qualitativ hohes Tagesbetreuungsangebot für 3jährige bestehen, ab dem 1.8.2013 für alle Kinder ab dem 1. Geburtstag. Diese Regelungen greifen tief in die Bindung des Kindes an die Eltern und an die Betreuer ein und sind in ihrer Bedeutung für die Kinder wissenschaftlich nicht komplett untersucht. Die deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie hat dazu eine Stellungnahme zu Qualitätskriterien veröffentlicht, die unbedingt lesens- und diskussionswürdig ist: www.dgspj.de/stellungnahme.php !

 

SCHNULLER

Häufig werde ich auf die „Schnullerproblematik" angesprochen. Also:

Bei sehr saugfreudigen Kindern kommt man zur Verhütung von Überfütterung oftmals um den dann kiefergerecht geformten Schnuller gar nicht herum. Man sollte den Schnuller aber dem Kind nicht zum Trost z.B. bei Schmerz aufdrängen:

Man fördert damit den Automatismus sich bei Kummer , Schmerz usw. gleich etwas in den Mund zu schieben („Kummerpraline" und Übergewicht auch des Erwachsenen ! )

Schnullern ist für die korrekte Kieferausformung und die gute Belüftung des Mittelohres nachteilhaft.

Wenn Sie Bauchschmerzen haben und jemand versucht ständig Ihnen zum Trost einen Riesen-Kaugummi in den Mund zu schieben , würden Sie sich auch bedanken .


SCHWIMMEN

Schwimmen wird oft mit höherer Infektionshäufigkeit in Verbindung gebracht. Achten Sie aber vor allem darauf, dass man vor dem Verlassen der Schwimmhalle erst im zugfreien Vorraum 10 min Temperaturausgleich macht! Dann geht´s besser.


SOMMERURLAUB

Im Urlaub keine Henna Tatoos machen lassen! Diese können (wie übrigens auch die Säfte der Herkulesstaude) unter Sonnenlicht massive Entzündungen auslösen. Noch einmal zu den Ferien ein paar Faustregeln: Sonnenschutz mit Textil und rechtzeitig aufgetragenen Sonnenblocker für Krebsschutz bei Kindern und Erwachsenen ( Wolken und Sonnenschirm schützen ein wenig vor UV (ca30%)), gute Sonnenbrillen nutzen, Grillanzünder vorsichtig und nie,nie,nie Spiritus einsetzen. 

TRAGETÜCHER

Tragetücher für Babys sind günstig für die Hüftentwicklung, wenn das Kind dabei in eine Sitz-/Hockstellung kommt, die Hüften also gebeugt, nicht gestreckt sind.

                 

VERGIFTUNGEN/ VERSCHLUCKEN

Lampenöle werden immer noch in der Winterzeit gerne eingesetzt. Doch Vorsicht ! Wenn sie verschluckt werden-und das ist rasch passiert- gelangen sie als flüchtige Öle in die Lunge , lösen den Lungenbläschenfilm auf und führen zu bedrohlicher Atemnot. Weg damit.

Das gleiche gilt für Erdnüsse im Bereich kleiner Kinder (häufigster Fremdkörper in der Lunge von Kleinkindern) und Zigarrettenstummeln im Aschenbecher mit ihrem hohen Restnikotingehalt. Auch ganze Zigarretten, auf denen die neugierigen kleinen Mäuse gerne herumkauen und so gefährliche oft krankenhausnotwendige Vergiftungen bekommen können, verschwinden lassen. Noch besser für die Gesundheit aller- gar nicht mehr kaufen.


VITAMIN D und CALCIUM

Calcium ist für die Stabilität der Knochen wichtig und der Mangel daran führt im Kindesalter zu Rachitis und bei Erwachsenen zur Osteoporose (Knochenweichheit). Bei der kindlichen Rachitis ist zu bedenken, dass der Mangel von Calcium an den Nerven auch zu Krampfanfällen führt. Deswegen ist das ausreichende Calciumangebot über die Nahrung in Milch und Milchprodukten besonders im Säuglingsalter, aber eben auch bei allen Kindern und Erwachsenen so wichtig. Unbedingt notwendig ist dabei der Partner Vitamin D (in der sog. „Knochentablette“). Das Vitamin D sorgt dafür, dass das Calcium im Darm überhaupt aufgenommen werden kann und zu Knochen und Nerven transportiert wird. Ohne Vitamin D nützt beim Baby auch eine weitere Erhöhung des Calciumangebotes über andere Präparate nichts. Vitamin D steht aber auch deswegen im Brennpunkt des momentanen wissenschaftlichen Interesses, weil ein Mangel daran möglicherweise zum Beispiel das Eintreten eines Jugendlichendiabetes verhindern kann.


ZECKEN-ÜBERTRAGENE INFEKTIONEN

Zecken können möglicherweise 3 verschiedene Erregertypen übertragen:

  • Einfache Eitererreger (wie bei Holzsplittern auch)
  • Spezielle Bakterien sog. Borrelien (in allen Gegenden möglich, mit Antibiotika behandelbar, keine Impfung möglich ! )
  • FSME-Viren als Auslöser einer Hirnhautentzündung ( Diese aber nur in bestimmten Regionen südlich der Mainlinie, Polen. Kärnten, Südschweden!!! - siehe Karte !!- ; nur dort und gegen diese Viren macht es Sinn zu impfen ! )

Achten Sie auf eine rasche Entfernung der Zecke ohne Hektik - am besten mit einer Splitterpinzette seitlich anfassend.

  • Melden Sie sich beim Arzt bei entstehender Entzündung und wachsender Rötung um die Bißstelle. Dann ist eine lokale Behandlung und die Gabe eines Antibiotikums notwendig. Dafür brauchen Sie aber nicht nachts um 3 Uhr ins Krankenhaus !

Lassen Sie sich bei Reisen in die FSME-Ausbreitungsregionen (siehe oben!) des FSME-Virus rechtzeitig ( d.h. 6 Wochen vorher ) impfen !!


Anfahrt

Aktuelle Meldungen