Kinder- & Jugendärzte im Netz

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Herausgeber:

Kinderpneumologische Praxis Dr.med. Jürgen Funck

Asthma bronchiale im Kindes-und Jugendalter

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen.In Deutschland leiden ca 10 % der Kinder und Jugendlichen an Symptomen des Asthma bronchiales, nur bei ca 5- 7 % wird jemals die Diagnose Asthma gestellt. Wir können von ca
1 Million erkrankten Kindern in Deutschland ausgehen, bei ca 300.000 Patienten wird die Erkrankung nicht erkannt und behandelt.
Die Unter- bzw. Fehlversorgung der asthmakranken Kinder und Jugendlichen mündet in einer, bei adäquater Therapie vermeidbarer hohen Anzahl von schwererkrankten Patienten im Erwachsenenalter und findet ihren Ausdruck in einer im europäischen Vergleich beschämend hohen Letalität (Sterblichkeit ) an Asthma bronchiale in Deutschland.

Definition: Asthma bronchiale ist die reversible Einengung der Bronchialwege, bei gleichzeitiger, chronisch entzündlicher Veränderung der Bronchialschleimhaut. Die Ursachen sind genetischer Natur. Die Veranlagung ist in der Regel vererbt.Auslöser könne Infekte, Allergien, Anstrengung, psychische Faktoren,Tabakrauch u.a. sein. Mischformen sind häufig.

Symptome:
Das Leitsymptom des Asthmas im Kindesalter ist der Husten. Anhaltender Husten über länger als 3 Wochen, besonders mit nächtlichem Schwerpunkt und bei Anstrengung ist abklärungsbedüftig.
Bei der 3. obstruktiven Bronchitis in einem Jahr ist die Diagnose Asthma bronchiale wahrscheinlich.



Diagnose:
Die Diagnose ergibt sich aus der Krankengeschichte,
der Allergiediagnostik, der Lungenfunktion
( ab ca 5. Jahre)und dem Ausschluß
anderer Ursachen.
Beginn der Erkrankung häufig im
1.-3. Lebensjahr. Mit 6 Jahren 80 % manifest. Häufig "atopische Karriere": Neurodermitis>Heuschnupfen>Asthma,
aber auch nicht selten sofort asthmatische Beschwerden.

Therapie:

Die Behandlung stützt sich auf die drei Säulen:

  • Auslöservermeidung
  • Medikamentöse Behandlung
  • Patientenschulung

Fr. Kolm bei der Lungenfunktion
Fr. Kolm bei der Lungenfunktion

1. Auslöservermeidung

Hausstaubmilbensanierung der Wohnung.
Kein Zigarettenrauch in der Umgebung der Patienten
(Wohnung, Auto usw.)
Sportliches Training nach guter Aufwärmphase und ggf.
vorheriger Inhalation
psychische Stabilisierung des Patienten und der Familie durch Schulung s.u.
Pollenreduktion (Nachts Fenster zu, Abends Haare waschen, keine Wäsche im Freien trocknen während Pollenflug).
Hyposensibilisierung


2. Medikamentöse Behandlung:

Entzündungshemmende Dauerinhalation mit einem modernen
Kortisoninhalationsmedikament. Diese sind heute frei von relevanten Nebenwirkungen. Evtl.entzündungshemmende
Medikation mit einem Leukotrienrezeptorantagonist als Tablette.
Bedarfsinhalation mit einem bronchialerweiterndem In-
halationsmedikament.

Inhalation mit geeigneter Inhalationshilfe:
von 0-4 Jahre Aerochamber o.ä. mit Maske oder Mundstück.
Von 5-18 Jahre Pulverinhaltion mit Diskus, Novolizer o.ä.
Die Inhalation mit einem Düsenvernebler ist nicht mehr empfehlenswert.


3. Patientenschulung:

Jeder Patient der eine Dauertherapie benötigt sollte eine Asthmaschulung erhalten.Diese sollte familienorientiert, strukturiert und nach den Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung
im Kinder und Jugendalter e.V. erfolgen.
Kontaktadressen: www.Asthmaschulung.de
oder beim Landesqualitätsbeauftragten der AG Asthmaschulung Dr.J. Funck.


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