Kinder- & Jugendärzte im Netz

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Herausgeber:

Dr. Jutta Abendroth - Fachärztin für Kinderheilkunde & Jugendmedizin, Psychotherapie - Bonn

Atlas Therapie – Kiss-Syndrom

Was ist Kiss-Syndrom?

KISS hat nichts mit Küssen zu tun. Es handelt sich dabei um eine Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung. Diese äußert sich bei Säuglingen z.B. durch

  • Schiefhaltung des Kopfes bis zur Zwangshaltung
  • Kopfhalteschwäche und/oder ausgeprägte Kopfrückbeuge (Opisthotonus)
  • Assymmetrie der Bewegungen von Armen und Beinen
  • einseitig oder mittig abgeplatteter Hinterkopf
  • einseitige Haltung des Rumpfes
  • Fehlstellung der Füßchen, bis hin zum Sichelfuß
  • Schlafstörungen, Schreien im Schlaf
  • Haarloser Kiss-Fleck am Hinterkopf (symmetrisch oder asymmetrisch)
  • „Haare-Raufen“,- hohe Tastempfindlichkeit des Nackens
  • Einseitige Schlafhaltung des Kindes
  • Schädelasymmetrie im Gesicht und/oder am Hinterkopf (seitlich abgeplatteter Hinterkopf)
  • Gesäßfaltenasymmetrie
  • ein kleineres Auge
  • Schlafhaltung wie ein nach hinten durchgebogenes „C“
  • Kind kann nur an einer Seite gut gestillt werden, da es an der anderen Seite nicht entspannt liegen kann
  • „Head banging“, d.h. es schlägt den Kopf z.B. gegen die Gitter des Bettchens
  • Dreimonats-Koliken (Blähungen) und Schreikinder
  • Drehen nur über eine Seite
  • übermäßiges Sabbern
  • Schreien beim Autofahren und im Kinderwagen
  • Probleme beim Schlucken

Bei älteren- nicht behandelten Kindern:

  • Oft Konzentrations- und Lernschwäche
  • undefinierbare Kopfschmerzen, ein schwerer Kopf
  • vermeintliches ADS (ADHS) oder ADS-(ADHS-)ähnliche Verhaltensweisen
  • soziale Auffälligkeiten
  • motorische Defizite
  • Entwicklungsverzögerungen

 

Mögliche Ursachen:

  • lange und erschwerte Geburten mit Saugglocken- , Zangenbenutzung und/oder Kaiserschnitt
  • Steißlage
  • Beckenendlage
  • Enge im Mutterleib
  • Übertragungen
  • Unfälle

 

Hier werden die noch zarten Kopfgelenke geschädigt (Nackenschlag) und es kommt zu Asymmetrie.

Man schätzt, dass etwa 30% der Bevölkerung davon betroffen ist und dass von 10% der Therapiebedürftigen nur weniger als 1% behandelt werden, weil dieses Phänomen selbst bei Kinderärzten mitunter nicht bekannt ist.

Eltern werden oft mit den Worten beschwichtigt: „das wächst sich aus“. Tatsächlich scheint diese Fehlstellung im Nackenbereich nach einiger Zeit ohne Behandlung, z.B. krankengymnastisch oder craniosacraltherapeutisch, verschwunden zu sein. Die kleinen Patienten haben inzwischen gelernt, wie sie ihre Fehlstellung und oft auch ihre Schmerzen kompensieren können. Manche haben sich vielleicht besonders früh hochgezogen oder zu laufen begonnen, oft zur Freude der Eltern. Dabei haben sie in Wirklichkeit nur instinktiv eine schmerzfreie Haltung angestrebt.

Auch im Kinder und Erwachsenenalter kann ein unbehandeltes KiSS-Syndrom noch Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Man spricht in diesem Zusammenhand von einem Kidd-Syndrom ( Kopfgelenk-induzierte-Dyspraxie/Dysgnosie / auch englisch kid = Kind genannt)

Da sich die Funktionsstörungen der Wirbelsäule, die durch den verschobenen Atlas oder der Kopfgelenke zustande kommen und gravierende Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben, nicht „auswachsen“, sondern potenzieren, ist es wichtig, eine frühzeitige Behandlung einzuleiten

Wir bemühen uns daher in unserer Praxis, Atlas- und Wirbelsäulenprobleme möglichst genau zu diagnostizieren und in Zusammenarbeit mit speziell ausgebildeten Atlastherapeuten korrigieren zu lassen.

 

Folgen des Nichtbehandelns können sein:

 

 

  • Halswirbelsäulenbeschwerden
  • Chronische Rückenschmerzen
  • Ohrengeräusche (Tinnitus)
  • Schwindel
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Bewegungsstörungen
  • Migräne - Kopfschmerzen
  • Haltungsschwächen
  • Koordinationsschwächen
  • Motorische Defizite
  • Lern- und Konzentrationsstörungen in der Schule
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Gestörte soziale Integration
  • Emotionsstörungen (Frustation - Reizbarkeit - Ungeduld - Aggressivität)
  • Schreib- und Leseschwierigkeiten.

 

Bei diesen Kindern und auch bei Erwachsenen ist oft nicht nur der Atlas, sondern auch das Becken betroffen, das ebenfalls mobilisiert werden muss.

Interessant erscheint in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass es einen Zusammenhang zwischen der beim Hörtest ermittelten Knochenkurve und der Wirbelsäule gibt. Wenn sich beim Hörtest bei der Knochenkurve sog. „Senken“ ergeben, kann daraus auf Unregelmäßigkeiten an den betreffenden Stellen der Wirbelsäule und besonders auch bei den Atlas-Gelenken geschlossen werden.

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